Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Bibel in gerechter Sprache
Klappentext
Herausgegeben von Ulrike Bail, Frank Crüsemann, Marlene Crüsemann u. a.. Warum eine Bibel in gerechter Sprache? Stellen Sie sich vor: Sie schlagen Ihre Bibel auf und können im Wortlaut entdecken, es gab sie, die Jüngerin, die Apostelin, die Diakonin... Sie lesen in Ihrer Bibel und können sicher sein, hier wird ernst genommen, dass Jesus Jude war. Die Bibel in gerechter Sprache will den biblischen Alltag und damit auch die mitgemeinten Frauen sichtbar machen. Sie will diskriminierende Formulierungen überwinden, antijüdische und gewaltverherrlichende Begriffe vermeiden und die Vielfalt der biblischen Gottesbilder aufdecken.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2006
Die Theologin Elisabeth Gössmann befürchtet, dass die gesamte feministische Theologie durch die in großen Teilen nicht gelungene "Bibel in gerechter Sprache" in Misskredit gebracht wird. Hier habe der Leser es mit einer Bibelauslegung und keiner Bibel zu tun, merkt die Rezensentin an. Sie moniert daran die "häufigen Ideologisierungen" und die oft unmotiverte Einbeziehung der weiblichen Person, auch wenn dies inhaltlich gar nicht angebracht ist, die protestantische Färbung des Projekts sowie eine zu beobachtende "Vergewaltigung der deutschen Sprache". Ihre handwerkliche Kritik belegt Gössmann mit detaillierten Beispielen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2006
Schon das Unternehmen an sich, nämlich eine "gesinnungsgerechte" Bibelübersetzung zu schaffen, ist für den Rezensenten und Theologen Ingolf U. Dalferth ein Missverständnis. Das Ergebnis betrachtet er in weiten Teilen als "theologische Bankrotterklärung", die "ein trauriges Licht" auf den Zustand der protestantischen Theologie werfe. So regt er sich nicht nur über "Hirtinnen und Hirten" und "Pharisäerinnen und Pharisäer" auf, sondern auch über andere politisch korrekte Absurditäten. Auch dass der Bibeltext seiner Beobachtung zufolge oft "gezielt umgedeutet" wird, ruft seinen Widerspruchsgeist auf den Plan. Als Tiefpunkt empfindet er dann die "durchgehende Tendenz" dieser Übersetzung, "sachliche Differenzen zu verharmlosen" und "theologische Entwicklungen aus ideologischen Gründen" einfach auszublenden oder in banalen Allerweltsfloskeln zu neutralisieren. Schlichtweg unverantwortlich findet Dalferth den Umgang mit biblischen Gottesbezeichnungen und auch Willkürakte, die der Rezensent letztlich auch deshalb indiskutabel findet, weil sie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Bibeltext schier unmöglich machen, der in dieser Version nicht mehr kenntlich ist.
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