Die Studie befasst sich mit dem Amt des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages in den Phasen seiner Konzeption, Formierung und Entwicklung von 1951 bis 1985. Vier Untersuchungsfelder sind zentral: Auftrag, Stellung im parlamentarischen System, Konfrontation und Kooperation mit der Bundeswehr, Rezeption in der Öffentlichkeit. Rudolf Schlaffer untersucht Wirkung und soziokulturelle Bedeutung dieser Institution im Rahmen des westdeutschen Modernisierungs- wie Demokratisierungsprozesses, der die Streitkräfte und die Gesellschaft erfasst hatte. Es entsteht das Bild einer politisch-parlamentarischen Einrichtung in ihrer Funktions- sowie Wirkungsweise auf die Bundeswehr im politischen und gesellschaftlichen System der Bundesrepublik Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2006
Diese Studie sei die erste ihrer Art und entsprechend könne Rudolf J. Schlaffer auf ein gewissermaßen jungfräuliches Quellenmaterial zurückgreifen. Dies, so Rezensent Rudolf Morsey, seien insbesondere die Jahresberichte des Wehrbeauftragten, während aus den eingereichten Beschwerden die personenbezogenen Daten gelöscht wurden. Gerade für die ersten Jahre zeige Schlaffers Studie erhebliche Defizite in punkto Menschenführung. Mit der Zeit habe sich die Rolle des Wehrbeauftragten dann von einer Beschwerde- zu einer Präventionsinstanz gewandelt. Und in der schwierigen Zeit der Studentenrevolte habe der Wehrbeauftragte dann tapfer seiner Bundeswehr beigestanden. Bemerkenswert aus Sicht des Rezensenten ist, wie wenig der Verteidigungsausschuss die Jahresberichte der Wehrbeauftragten berücksichtigt hat, weshalb diese zunehmend an die Öffentlichkeit gegangen sind. Rudolf J. Schlaffers Studie gebe "umfassend" Auskunft über alle relevanten Aspekte, lobt der Rezensent, und berücksichtige Motivations- und Modernisierungstheorien.
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