Boris Reitschuster

Putins Demokratur

Wie der Kreml den Westen das Fürchten lehrt
Cover: Putins Demokratur
Econ Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783430200066
Gebunden, 336 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Zwanzig Jahre nach der Perestroika ist die Demokratie in Russland gescheitert. Wie zu Sowjetzeiten setzt Wladimir Putin auf die "Vertikale der Macht". Das heißt: auf einen allmächtigen Staatsapparat, nationalistische Parolen, die Manipulation von Medien und auf den Geheimdienst. Die im Kreml herrschende Denkweise a la KGB, kaum verhüllte Großmachtambitionen und die Abhängigkeit des Westens vom russischen Gas und Öl machen die Atommacht immer mehr zum außen- und energiepolitischen Unsicherheitsfaktor. Boris Reitschuster lüftet den Propaganda-Vorhang des Kreml und beschreibt die Politik der neuen Herrscher, die Lebenswirklichkeit im heutigen Rußland und dessen Rolle gegenüber der europäischen Staatengemeinschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2006

Einen etwas zwiespältigen Eindruck hat Boris Reitschusters Buch über die Situation in Russland bei Rezensent Werner Adam hinterlassen. In weiten Teilen hält er Reitschusters Kritik an Putins Regime für richtig und auch für wohlbegründet. Besonders beklemmend findet er die Beschreibungen des Umgangs mit politisch Andersdenkenden, das Zurückdrängen von Meinungs- und Informationsfreiheit oder der Maßregelung einstiger Sowjetrepubliken. Allerdings schießt der Autor nach Ansicht Adams bisweilen über das Ziel hinaus, etwa wenn er bei Alt-Bundeskanzler Schröder ein ähnliches Demokratieverständnis wie bei Putin entdecken will. Zudem scheint ihm Reitschusters Darstellung der Bedrohung des Westen durch Putins Russland ebenso übertrieben wie dessen Einschätzung, dass die Demokratie in Russland vollends gescheitert sei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.10.2006

Wie lange noch werde sich der Burda Verlag einen so mutigen und kritischen Moskau-Korrespondenten leisten können, fragt Rezensentin Gemma Pörzgen. Schon der Titel dieses "lesenswerten" Buches von Boris Reitschuster markiere die Demokratisierung in Russland als gescheitert. Besonders gefallen haben der Rezensentin jene Kapitel, die die frühe Phase der Inthronisierung Putins beschreiben und insbesondere den schon von Jelzin lancierten Pakt mit dem KGB. Auch gelinge es dem Autor, die möglichen Probleme für Deutschland anschaulich zu beschreiben. Allerdings enthalte das Buch neben vielen glänzenden Abschnitten auch viele "unfertige", und manchmal wäre eine genauere Ursachenanalyse wünschenswert. Gegen Ende drehe Boris Reitschuster jedoch wieder richtig auf, lobt die Rezensentin, wenn es um das Thema Gasprom und um Gerhard Schröder gehe, von dessen Rolle als Berater der Autor schon im August 2005 erfahren haben will.

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