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Klappentext
Aus dem Englischen von Matthias Wolf. Peter Burke untersucht den sozial- und kulturgeschichtlichen Hintergrund der Sprachen, wie sie in der maßgeblichen Epoche zwischen Erfindung des Buchdrucks und Französischer Revolution in Europa gesprochen und geschrieben wurden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verflechtungen zwischen Idiomen und geographischen, konfessionellen, beruflichen, geschlechtsspezifischen und nationalen Gemeinschaften sowie die identitätsstiftende Rolle der Sprache. Und Burke fragt nach der Konkurrenz: zwischen Latein, der damaligen lingua franca, und den Landessprachen, zwischen dominierenden und untergeordneten, aber auch zwischen ihren jeweiligen Versionen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.12.2006
Sehr anregend fand Rezensent Balthasar Haussmann Peter Burkes Beschäftigung mit der Entwicklung der europäischen Sprachen seit der Frühen Neuzeit und dem Untergang der Weltsprache Latein, sowie dem Einfluss, den die Erfindung des Buchdrucks auf diese Entwicklung hatte. Der Rezensent freute sich auch an Burkes gut lesbarer und gedankenreicher Sprache. Besonders gefiel ihm der "leicht parlierende Duktus" und die essayistische Form dieser enorm komplex recherchierten Betrachtungen. Doch empfand er den Recherchereichtum des Buches mit seinen, mehrere Jahrhunderte umfassenden Quellenfunden aus ganz Europa nicht immer Erkenntnis fördernd. Denn der ist aus seiner Sicht zwar beeindruckend, doch gelegentlich auch ziemlich erdrückend. Über weite Strecken machen die Betrachtungen dadurch eher den Eindruck eines "ungeheuren Zettelkastens" auf ihn. Insgesamt aber leuchtet ihm diese kleinteiligeVorgehensweise trotzdem ein, weswegen seine Bewertung des Buches letztendlich trotzdem positiv ausfällt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006
Nur bedingt zufrieden gibt sich der Rezensent Gustav Seibt mit Peter Burkes Sprachgeschichte "Wörter machen Leute". Wie es seine Art ist, nimmt Burke seinen Leser auf eine "rasante tour d'horizon" in die Sprachenwelt der frühen Neuzeit mit. Er betrachtet den gesamten europäischen Bereich und arbeitet sprachvergleichend und sozialgeschichtlich, entgegen der verbreiteten eher national gehaltenen Beschäftigung mit Sprachgeschichte. Burkes Darstellung verdeutliche das polare Spannungverhältnis zwischen mischungbedingtem Sprachwandel und meist politisch motivierten Vereinheitlichungsbemühungen. Viel Neues birgt diese Studie allerdings nicht, findet der Rezensent. Ihn wundert darüber hinaus, wie wenig Berücksichtigung einerseits die Rechtschreibung und last but not least die Literatur und ihre für die Sprache ungemein prägende Kraft findet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Nicht so ganz glücklich ist Rezensent Caspar Hirschi mit Peter Burkes sozialgeschichtlichen Betrachtungen der Sprache im Europa der frühen Neuzeit. Zwar attestiert er dem berühmten Historiker, wie immer recht geistreich zu sein und seinen Stoff gut lesbar aufzubereiten. Aber er beklagt andererseits die "methodische Unsolidität" des Buchs, das ihm auch inhaltlich immer wieder recht vage vorkommt. Man merkt dem Werk seines Erachtens schlicht an, dass es aus einer Vorlesung hervorgegangen ist. Im positiven Sinne merke man das an der leichten Verständlichkeit, negativ am Mangel prägnanter Thesen, theoretischer Untermauerung und stringenter Argumentation.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2006
Sehr informativ, sehr "dicht" und sehr "elegant" seien die insgesamt sechs Essays zur Rolle der Sprachen in Europa, lobt Rezensentin Caroline Schnyder, und findet auch die Übersetzung vorzüglich. Peter Burke gebe keine systematische Darstellung, sondern beleuchte Einzelfragen zur Entdeckung der sprachlichen Vielfalt, zur Bedeutung des Lateinischen, zu Bestrebungen der Sprachreinigung und Standardisierung und zur Vermischung von Sprachen. Sein auf den sozialen Gebrauch zielendes Interessenfeld bezeichnet Burke dabei als "Ökologie de Sprache". Interessant erscheint der Rezensentin der Hinweis auf ein "Reiselatein", das im Ungarn des 17. Jahrhunderts selbst von Kutschern verstanden wurde. Übergreifende Theorien oder "Antworten" auf Fragen nach der Identität stiftenden Bedeutung von Sprache gebe Peter Burke zwar nicht, meint die Rezensentin, die diese Zurückhaltung aber nicht unangenehm aufzufallen scheint. Und schließlich seien sich auch die jeweiligen Zeitgenossen, die der Autor zu Wort kommen lässt, jederzeit und überall uneinig gewesen.
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