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Klappentext
In seinem Buch zeigt Ralph Bollmann, dass das antike Rom mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte wie der heutige Westen: Das Versagen der einst so erfolgreichen Integrationspolitik, der zunehmende Druck an den Grenzen des Reiches, das Aufkommen einer fundamentalistischen Religionsgemeinschaft und die sinkende Geburtenrate führten zu einem beispiellosen wirtschaftlichen und kulturellen Verfall und schließlich zur Auflösung des Römischen Reichs. Gerade aufgrund solcher Ähnlichkeiten plädiert Ralph Bollmann dafür, dass der säkulare Westen seine Integrationskräfte gegenüber allen Weltkulturen stärkt und sein vitales Interesse am Erhalt des Imperium Americanum erkennt. Denn der Untergang des römischen Imperiums machte am Ende alle zu Verlierern: Nicht nur die Römer büßten ein, was sie so beharrlich verteidigen wollten; auch die Germanen hatten zerstört, worauf sie es eigentlich abgesehen hatten.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.01.2007
Anregend und geistreich, in seiner Argumentation jedoch gelegentlich ein wenig fahrlässig (und auch sachliche Schnitzer produzierend) findet Rezensent Burkhard Müller diesen Essay des taz-Inlandschefs. Der nämlich schließe "kühn" das spätantike Römische Imperium mit unserer aktuellen Gegenwart kurz, was aus Sicht des Rezensenten insgesamt zwar kein "gleichmäßiges Licht" spendet, jedoch immer wieder erhellende Funken sprüht. Anders als sonstige Analytiker des römischen Untergangs trete Ralph Bollmann als Optimist auf und versuche, aus Roms Untergang Lehren zu ziehen, um heutige Untergänge abzuwenden. Indem er zum Beispiel empfiehlt, auch anstürmende Barbaren zwecks Imperiumserhalt zu integrieren. Schließlich seien einst schon die Goten Roms "zivilisatorischem Glanz" erlegen, und hätte man sie mitmachen lassen statt abzuweisen, dann hätte Rom vielleicht gar nicht untergehen müssen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2006
Mit dem titelgebenden Vergleich von Rom und den USA ist Hans-Ulrich Gumbrecht nicht zufrieden, "intellektuellen Gewinn" schöpft er trotzdem ab, und zwar aus den "recht interessanten" Details und Anekdoten am Rande. Ralph Bollmanns Apologie des Imperiums, römisch oder amerikanisch, kranke an Unstimmigkeiten in der Argumentation. So erteile er einerseits dem üblichen Vergleich zwischen Rom und Amerika eine Absage, andererseits liefere er ausgiebig beste Argumente für deren Ähnlichkeit. Aufschlussreich findet Gumbrecht anderes, etwa die Bemerkung, dass der Niedergang Roms von den Bewohnern selbst überhaupt nicht wahrgenommen wurde, sondern erst im Rückblick hunderte Jahre später als solcher wahrgenommen wurde. Und so hat der Rezensent von Bollmann zwar nicht viel über das amerikanische Imperium gelernt, dafür aber einiges darüber, wie sehr die Sicht auf die Geschichte von den Auffassungen und Einstellungen abhängt, die die jeweiligen Beobachter mit sich herumtragen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.09.2006
Eine überaus anregende Lektüre erblickt Rezensent Herfried Münkler in Ralph Bollmanns Buch "Lob des Imperiums". Besonders dessen Vergleiche zwischen der römischen Spätantike und den gegenwärtigen Verhältnissen scheinen ihm aufschlussreich. Dabei unterstreicht er Bollmanns positive Sicht des Imperiums, das ein friedliches Nebeneinander von Kulturen und Religionen ermöglichte. Für bemerkenswert hält er auch die damit einhergehende Positionierung Bollmanns gegen eine wohlfeile Globalisierungskritik, die der Autor allerdings nicht als Unterstützung für die Regierung Bush missverstanden wissen wolle. Imperien können schließlich gute und schlechte Politik machen. Ein starkes Interesse des Autors sieht Münkler dann auch bei den richtigen und falschen Entscheidungen der römischen Kaiser und ihrer intellektuellen Berater im Hintergrund. In diesem Zusammenhang hebt er Bollsmanns Kritik an der schwankenden uneindeutigen Integrationspolitik des Kaiser Valens hervor. Auch wenn Münkler nicht mit allen Urteilen Bollmanns einverstanden ist, lobt er die Arbeit generell als "herausfordernd und bedenkenswert".
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