Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Georges Bataille

Das Blau des Himmels

Roman

Cover: Das Blau des Himmels

Matthes und Seitz, Berlin 2006
ISBN-10 3882217634
ISBN-13 9783882217636
Gebunden, 224 Seiten, 19,80 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mit einem Vorwort von Marguerite Duras. Aus dem Französischen von Sigrid von Massenbach und Hans Naumann. Im Mittelpunkt dieses neu zu entdeckenden Texts steht eine Liebe auf dem schmalen Grat von Erotik und Tod, in der sich Lust und Grauen unentwirrbar verknoten. Henri Troppmann ist reich, krank, verrückt und böse, er ist ein selbstgefälliges Ekel, das oft und gerne weint, säuft, kotzt, rülpst und hurt. Er ist ein sexueller Aufrührer a la Don Giovanni, der es liebt, sich und andere zu misshandeln und bis an den Rand des Selbstmords zu treiben. In Hotels, Restaurants und Bars in Barcelona, Paris und London lässt sich Troppmann von einer Verzweiflung und Schandtat in die nächste treiben, hin und her gerissen von lüsterner Liebe und tiefster Verachtung für drei Frauen: die schöne, aber verlebte Dirty, die makaber-hässliche Kommunistin Lazare und die töricht und naiv liebende Xenia. Vor dem Hintergrund der drohenden Dämmerung Europas treibt die Handlung des 1935 verfassten, aber erst 1957 veröffentlichten Romans einem Ende zu, das wie eine Vorahnung der künftigen Völkervernichtung wirkt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.09.2006

Muss man lesen, denkt man gleich, liest man Burkhard Müllers Besprechung des 1936 geschriebenen Romans von George Bataille. Die Zweifel, die Müller zwischendurch säht, indem er auf die Schwierigkeiten der von Bataille verfochtenen "Literatur der Raserei" hinweist (die will ja auch geschrieben sein, in aller Form), fegt er selber gründlich wieder weg. Gut, da ist keine großartige Sprache, da sind nicht diese "Stellen" wie in "Die Geschichte des Auges". Dass der teils autobiografisch inspirierte Text in seiner "sachlichen Knappheit" dennoch nicht zur Mystik gerät, dafür, lässt Müller wissen, sorgt Bataille schon selbst: Beharrlichkeit ist schließlich auch was Außerordentliches. Man müsse nur lange genug dran reiben, dann beginne das Stumpfe zu leuchten. Sagt der Rezensent und bewundert den szenischen Einfallsreichtum Batailles, dieses "beunruhigende" Gefühl aus Glück und Verzweiflung, das er "um nichts in der Welt verlieren möchte".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren