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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ayaan Hirsi Ali

Mein Leben, meine Freiheit

Die Autobiografie

Cover: Mein Leben, meine Freiheit

Piper Verlag, München 2006
ISBN-10 349204932X
ISBN-13 9783492049320
Gebunden, 496 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Nach "Ich klage an" erzählt Ayaan Hirsi Ali, wie sie zur Freiheitskämpferin wurde und warum sie immer wei­ter­macht. Streng muslimisch erzogen, beginnt sie früh aufzubegehren.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.01.2007

Diese Autobiografie der sehr streitbaren und heftig umstrittenen niederländischen Politikerin Ayaan Hirsi Ali zerfällt für den Rezensenten Daniel Bax in zwei Teile. Den ersten, in dem Ali in großer Offenheit vom Aufwachsen in Somalia erzählt, findet er beinahe bewundernswert in seiner schonungslosen Schilderung auch eigener Irrungen. So macht Ali keinen Hehl daraus, dass sie selbst einmal eine fanatische Muslima gewesen sei. Schwierig werde es dann freilich im zweiten Teil, in dem es um die Darstellung des politischen Werdegangs geht, der Ali zu einer der führenden - und radikalsten - Stimmen des Widerstands gegen den Islam gemacht hat. Die hier vertretenen Thesen scheinen dem Rezensent weder glaubwürdig im Leben der Autorin verankert noch als solche mehr als "holzschnittartig". Bax macht keinen Hehl daraus, dass er sich über Alis pauschale Verurteilung aller Muslime als Fundamentalisten auch nach der Lektüre der Autobiografie nicht weniger ärgert als zuvor.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2006

Eigentlich hat Ulrike Ackermann gar keine Meinung zu Ayaan Hirsi Alis Autobiografie. Mehr als das leider durchaus mehrdeutige Beiwort "beeindruckend" kommt ihr nicht über die Lippen, wenn es darum geht, uns etwas anderes als den Inhalt des Buches zu vermitteln. Hirsi Alis Lebensgeschichte (vom somalischen Flüchtlingskind zur umstrittenen Islamkritikerin) samt ihrer Thesen, die Ackermann hier sehr ordentlich auf eine mittelgroße Rezension zusammendampft, können wir also auch in Buchform haben. Ob es sich lohnt, muss man leider woanders nachlesen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.10.2006

Antje Schrupp zeigt sich von der Autobiografie der aus Somalia stammenden Ayaan Hirsi Ali tief beeindruckt. Was die Spannung angeht, steht die Lebensbeschreibung einem "Abenteuerroman" in nichts nach, so die Rezensentin gefesselt, die die Stationen der Autorin von ihrer Geburt in Somalia, über die Flucht der Familie nach Kenia, ihr Asyl in den Niederlanden und ihren dortigen Aufstieg als Politikerin ins Parlament bis zu ihrem heutigen Leben in den USA in ihrer Kritik detailliert nachzeichnet. Nicht allen Positionen, die die Autorin in ihrer Autobiografie sehr subjektiv vertritt, kann sich die Rezensentin anschließen. Doch sei vor allem die Haltung gegenüber der sich auf allzu große Toleranz stützenden Multikulti-Politik, gegen die sich Hirsi Ali wendet, des Nachdenkens wert, weil sie sich auf authentische Erfahrungen und Reflexionen gründe, so Schrupp einverstanden. Vor allem deshalb legt sie gerade denjenigen, die Hirsi Alis politische Forderungen in der Migrantenpolitik ablehnen, dieses Buch sehr ans Herz.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2006

"Atemberaubend" findet Christian Geyer das Buch. Was die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali zu sagen hat, vor allem, wie sie es sagt, hat dem Rezensenten mächtig imponiert. Mit offenem Mund folgt Geyer ihrer Geschichte (wie schon im Bestseller "Ich klage an", nur reflektierter) bis zu dem Punkt, wo ihr Thema der Gewalt im Islam sich monothematisch fügt, weil sie die "Dramaturgie der öffentlichen Meinungsbildung kalkuliert". Das Insistieren der umstrittenen Autorin, die Konzentration darauf, die Gewaltfrage "nackt, elementar" zu stellen und die Religion selbst, nicht ihre kulturellen Erscheinungen, zur Verantwortung zu ziehen, macht Geyer mächtig Eindruck. So erscheint ihm das Buch nicht nur als "Vermächtnis für Europa" der in die USA übergesiedelten Hirsi Ali und als Aufruf zu einem anderen Islam-Diskurs, sondern als "Phänomenologie fundamentalistischer Deformationen von Religion" überhaupt.

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