Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Roberto Bolano
Der unerträgliche Gaucho
Klappentext
Aus dem Spanischen von Hanna Grzimek und Peter Kultzen. Ein ehemaliger US-Mariner erliegt den Zaubermächten Mexikos. In der argentinischen Pampa, wo kannibalische Kaninchen wüten, endet ein pensionierter Anwalt als unerträglicher Gaucho. Ein falscher Mönch, der in einer spanischen Kleinstadt brutal mordet, wird für kurze Zeit zu einem Heiligen.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.03.2007
"Der unerträgliche Gaucho" ist so vielschichtig und anspielungsreich, dass Katharina Döbler ihn als beispielhaft für des gesamte literarische Schaffen Roberto Bolanos sieht. Immer gehe es implizit um die Literatur, was den Vergleich mit Borges unausweichlich mache. Bolano erzähle "schräge und ziemlich wüste" Geschichten und gebe gleichzeitig "interessante" Antworten auf die Frage, was in Lateinamerika gegenwärtig so geschrieben wird. Immer gebe es auch biografische Spuren, betont die Rezensentin, auch zu der schweren Krankheit, an der Bolano fünfzigjährig starb. Bolano habe sich als einer der Wenigen an das Thema der Krankheit herangetraut und bewiesen, dass man ihr mit einer Kombination aus rüder Umgangssprache und "samtiger Poesie" durchaus Herr werden kann.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2006
Joseph Hanimann ist von den Erzählungen des chilenischen Autors Roberto Bolano fasziniert. Ihn erinnern sie unter anderem an die Texte Franz Kafkas. Die Geschichten zeichnen sich für ihn dadurch aus, dass in die Wirklichkeit immer wieder unwillkürlich das "Grauen" einbricht, sei es durch plötzlich massenhaft auftauchende Kaninchen, die die Rinder einer Ranch verdrängen, oder unheimlicher Rattenmorde, denen "der Rattenpolizist" in der gleichnamigen Erzählung nachgeht. Die Texte blieben stets in der Schwebe und selbst die Ich-Erzähler der Geschichten wirkten distanziert, stellt Hanimann fest. Ihm scheint das zu gefallen und er notiert beeindruckt, wie der Autor Genregrenzen mühelos und kunstvoll übersteigt. Die "Tonsicherheit" bleibe dabei auch in der Übersetzung ins Deutsche erhalten.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2006
Als typischen Bolano in Bestform feiert Rezensent Uwe Stolzmann dieses aus dem Nachlass des Autors publizierte Buch. Es sei ein trauriges Buch, das von Abschiednehmen und Fortgehen handelt. Trotzdem findet der Rezensent die dem Tod abgerungenen Texte hell und lakonisch. Es handelt sich Stolzmann zufolge um zwei Essays und eine Handvoll "skurriler, gut erzählter" Geschichten, in denen meist "einsame Helden in verständnisloser, oft feindseliger Umgebung" die Hauptrolle spielen. Den Rezensenten ergreift das Buch besonders wegen seiner Poesie, Wehmut und seinem Galgenhumor, zudem mit "genauen Porträts" und "kunstvoller Absichtslosigkeit".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2006
Recht angetan ist Rezensent Kersten Knipp diesen Erzählungen gefolgt, die er als realistisches "Spiel an den Rändern des Wahns" gelesen hat. Als Grundthese der Prosa des chilenischen Schriftstellers betrachtet Knipp die Annahme, dass die Wirklichkeit mindestens so fiktiv wie der "fantastischste Roman" sein kann. Unter Zuhilfenahme einiger Inhaltsskizzen von Erzählungen, in denen der Rezensent Realität und Fiktion eng verzahnt fand, spielt er einmal durch, was Autor Roberto Bolano damit meinen könnte. Es geht, wie wir lesen, um Schriftsteller und ihre Bücher. Um Autoren, die von den Regeln des Marktes korrumpiert sind und die Literatur verraten haben. Und um das unsterbliche Verlangen des Menschen und Lesers nach Authentischem, seine ewige Gier "zu lesen und zu vögeln".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








