Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
In Bonn, Münster und Tübingen galt der junge Theologieprofessor Joseph Ratzinger als liberaler Vordenker. Als er 1981 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre wurde und somit die Nachfolge der römischen Großinquisitoren antrat, legte er seine kritischen Kollegen von einst an die Leine. 2005 überraschend zum Papst gewählt, wandelte sich Ratzinger noch einmal: Papa Benedetto lud seinen alten Rivalen Hans Küng zum Plaudern ein und widmete seine erste Enzyklika nicht der Verdammung moderner Ideen, sondern der (auch erotischen) Liebe. In dieser kritischen Biografie schildert der Theologe und Journalist Christian Feldmann die Brüche und Klippen im Leben des deutschen Papstes, seine Ängste und Visionen - und seine größte Sorge: dass die Christen vor lauter Scheu, als intolerant zu gelten, die Leidenschaft für die Wahrheit verlieren. Denn eine Gesellschaft, die sich ihre Werte per Mehrheitsentscheidung selbst aussucht, setzt laut Papst Benedikt die Grundlagen der Humanität aufs Spiel.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006
Als die bislang beste Ratzinger-Biografie lobt Rezensent Matthias Drobinski das vorliegende Buch von Christian Feldmann. In der Tat beweise Feldmann, der selbst bei Ratzinger in Regensburg studiert hat, dass Sympathie mit der beschriebenen Person und kritische Distanz sich keineswegs ausschließen müssen, ebensowenig "Lesbarkeit" und "Tiefgang". Feldmann beschreibe Ratzingers Lebensweg, seine theologische Position, die Konstanten und Brüche in seiner Zeit als Professor, und wage sogar ein Psychogramm des Papstes, das auch "das Zerrissene, Schroffe, Pessimistische und auch Ängstliche" in den Blick rückt. Feldmanns ambivalentes Porträt zeigt Ratzinger als einen "Vordenker nicht nur seiner Kirche", der jedoch mitunter arg kritikwürdige Ansichten vertritt, etwa die Verdammung homosexueller Lebenspartnerschaften. Diese Kritik lässt sich Feldmann auch nicht nehmen und bringt sie mit, wie der Rezensent findet, aufrichtiger Empörung" hervor, die zeigt, dass es sich hier nicht nur um ein Lippenbekenntnis handelt. Bedauerlich an dieser "ausgesprochen lesenswerten" Biografie ist nur, so die abschließende Bemerkung des Rezensenten, dass die Beschreibung des Pontifikats etwas zu kurz kommt, was wohl auch daran liegen mag, dass es ja noch recht jung ist.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2006
Friedrich Wilhelm Graf rümpft die Nase: Das soll eine kritische Biografie sein? Graf fehlt der Bezug zu den "diskursiven Welten" Ratzingers. Was er hier liest, kennt er größtenteils längst aus dem Fernsehen, aus Interviews, Predigten und Büchern des neuen Papstes. Das Buch hält er darum für einen weiteren Schnellschuss der "Benedetto-Deutungsindustrie", zu erkennen auch an den "trivialen Kommentaren" und dem Scheitern, Ratzingers vielfältiger Persönlichkeit anders als mit den bekannten Formeln beizukommen. Durch seinen unbedingten Willen, Widersprüche in Ratzingers Denken aufzudecken, meint Graf, entgehen dem Autor dessen "hohe Kontinuitäten" in der Ekklesiologie.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








