Der Erste Weltkrieg erschütterte die politische, soziale und gesellschaftliche Welt Europas und prägte das 20. Jahrhundert auf Jahrzehnte. Die Konstellation der beiden europäischen Großmachtblöcke, die 1914 blutig aufeinanderstießen, bildete sich in der Scharnierzeit zwischen 1895 und 1907 heraus. Am Anfang dieser Periode war das Staatensystem in seinen Bündnisbeziehungen noch weitgehend flexibel. Am Ende waren die Mächte in zwei Blöcken nahezu erstarrt. Die wirtschaftlich, industriell und technisch herausragenden Mächte dieser Epoche waren Großbritannien, das Deutsche Reich und die Vereinigten Staaten. Ihre außenpolitischen Ziele und ihre gegenseitige Wahrnehmung über die Jahrzehnte trugen erheblich dazu bei, diese Blockbildung zu befördern und zu festigen. Dieses Buch beschreibt erstmals den dreiseitigen Wandlungsprozess im Vierteljahrhundert vor dem Ersten Weltkrieg vor dem Hintergrund der Globalisierung des Großmächtesystems.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2006
Klare Sache: Magnus Brechtkens Studie zum Wandel der Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich, Großbritannien und den USA zwischen 1895 und 1907 ist mitunter nicht klar genug. Die Anmerkungsurwälder, Bandwurmsätze, Fülle überflüssiger Details, durch die sich Klaus Schwabe gekämpft hat, gäben aber letztlich doch noch den Blick frei auf das politisch und kulturell Atmosphärische einer wichtigen Wendezeit. Dem Leser empfiehlt Schwabe, das weniger ereignis- als sozialgeschichtliche Buch von hinten zu lesen. Gerüstet mit den Informationen aus dem abschließenden Resümee, glaubt er, erschließen sich die "multiarchivalisch" gestützten Resultate zur Eliten- und Frontenbildung in Berlin einerseits, in London und Washington andererseits, einfach besser.
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