Spanien war für die Bundesrepublik in den 50er Jahren zwar kein erstrangiger, aber doch ein besonderer Partner. Dies lag vor allem am Spanischen Bürgerkrieg, in dem auf beiden Seiten auch Deutsche gekämpft hatten. Das siegreiche Franco-Regime war mit militärischer Hilfe Hitlers etabliert worden. Dieses Bündnis und die Nähe zu Deutschland im Zweiten Weltkrieg machten Spanien in der unmittelbaren Nachkriegszeit zum international geächteten Außenseiter. Der Kalte Krieg führte Madrid jedoch an die westliche Gemeinschaft heran. In dieser Konstellation entwickelte die Bundesrepublik ihre Spanienpolitik. Neben der Analyse der politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und militärpolitischen Beziehungen thematisiert die vorliegende Studie die unterschiedlichen Spanienbilder von Regierung und Opposition und nimmt die europäischen und atlantischen Verflechtungen der Bonner Außenpolitik in den Blick. Bonn warb für eine spanische Integration in die europäisch-atlantische Gemeinschaft. Das Projekt deutscher Militärbasen in Spanien führte indes zu einem Konflikt zwischen der Bundesrepublik und den Westmächten, der die Grenzen einer eigenständigen bundesdeutschen Außen- und Sicherheitspolitik aufzeigte. Besonderes Augenmerk wird auf die deutsch-spanische Vergangenheitspolitik gerichtet: In der Frage von Versorgungsansprüchen von Veteranen der "Legion Condor" und der "Blauen Division" sowie der Haltung von Politik und Justiz gegenüber Entschädigungsforderungen spanischer NS-Verfolgter werden problematische Aspekte des Umgangs mit der NS-Vergangenheit sichtbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2006
Alles in allem zufrieden ist Ulrich Lappenküper mit Walter Lehmanns Studie über die deutsch-spanischen Beziehungen in den 50er Jahren, die neben den politischen und kulturellen Beziehungen und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auch militärpolitische Kontakte und den Umgang mit der Nazivergangenheit erörtert. Er bescheinigt dem Autor, das bestehende Bild des von der dunklen Vergangenheit und westalliierten Kontrollen geprägten Verhältnisses der beiden Staaten um "Nuancen" zu erweitern. Den Anspruch allerdings, die westdeutsche Spanien-Politik umfassend zu behandeln, kann Lehmann nach Ansicht Lappenküpers nicht wirklich einlösen. Lappenküper kritisiert außerdem die eher "narrative" denn "analytische" Behandlung des Themas sowie einige Lücken in der ausgewerteten Forschungsliteratur.
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