Herausgegeben von Ines Geipel und Joachim Walther. In kurzen, aber gleichmäßig aneinander stoßenden Passagen entfaltet sich das Panorama einer Endzeit. Man bekommt noch einmal den morbiden Geruch des Ostens der achtziger Jahre in die Nase, sitzt in Zugabteilen, läuft durch Leipzig oder Ost-Berlin, hört die Stimmen sparsamer Gespräche und versteht, dass es Heidemarie Härtl in ihrem großen Schluss-Text "Puppe im Sommer" um einen langen Abschied geht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2006
Zitternd hat Rezensent Frank Pergande das Buch beendet. Atemberaubend findet er den Text und schwört, dass er seine Faszination zuallererst durch sich selbst erhält, nicht durch die im "etwas geschwätzigen" Nachwort erzählte Biografie der Autorin Heidemarie Härtl. Pergande lobt die Lakonie der Erzählung, in der die ganze Trostlosigkeit der DDR Platz findet. "Dicht" und "fulminant" nennt er sie und kommt doch immer wieder zurück auf Härtls eigenes Schicksal. Dass die von der Stasi verfolgte Autorin das Buch schreiben konnte, ohne Aussicht auf Publikation, ihr frühes, leidvolles Ende - all das lässt ihn nicht los.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…