Herausgegeben von Holger Helbig, Klaus Kokol und Irmgard Müller u.a. Der Zeilenkommentar zu Uwe Johnsons Roman "Jahrestage" stellt das Material bereit, das die geographischen, zeitgeschichtlichen und literarischen Bezüge des Werks erkennbar macht und erklärt. Es ist ein Buch zum Buch von Lesern für Leser. Es schreibt keinem vor, wie der Roman zu lesen sei, sondern stellt das Material bereit, das sonst mühsam aus Landkarten, Lexika und Johnsons Leseliste zusammengesucht werden müsste. Der Kommentar enthält eine Fülle von Material zu Uwe Johnsons Umgang mit der "New York Times", dem "Spiegel", den Mecklenburgiana; darüber hinaus Angaben zu Personen und Schauplätzen. Die Einträge verdeutlichen, weshalb eine Stelle in der Forschung diskutiert wird; Verweise auf Sekundärliteratur machen diese Diskussion nachvollziehbar - der Gebrauch des Bandes ist jedoch davon nicht abhängig. Der Kommentar ist ausdrücklich auch an die Noch-nicht-Leser gerichtet, die neugierig gemacht werden sollen auf den Gegenstand der Bemühungen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2000
"Unentbehrlich" findet Uwe Steiner diesen Kommentar, wenn man als Leser die Beschäftigung mit Johnsons `Jahrestagen` als "prüfende Lektüre" versteht. Dem Rezensenten scheint es wichtig, darauf hinzuweisen, dass durch die vielen Zitate in diesem Band aus der `New York Times` nicht nur deutlich gemacht werden soll, welchen Hintergrund Johnsons Informationen hatten, sondern auch wie der Schriftsteller dieses Material ausgewertet hat. Denn dies geht schließlich weit über das hinaus, was die Protagonistin Gesine Cresspahl in dem von Johnson geschilderten einen Jahr aus ihrem Leben täglich durch diese Zeitung erfährt bzw. was sie zur Kenntnis nimmt. Der "beschränkte" Blick von Gesine Cresspahl wird so also um den "erweiterten" Blick Johnsons ergänzt. Gleichzeitig ist es nach Ansicht des Rezensenten unabdingbar, dass bestimmte Informationen, auch wenn sie damals politisch von großer Bedeutung waren (wie etwa das Massaker von My Lai, bei dem amerikanische Soldaten 567 Zivilisten töteten), hier nicht erwähnt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "lm" macht sich in seiner kurzen Besprechung erst lustig über diesen "voluminös aufgeschwemmten" Kommentar zu Uwe Johnsons - in der Suhrkamp-Jubiläumsausgabe immerhin 1728 Seiten dickem - Roman "Jahrestage": Seiner Ansicht nach weiß doch jeder, dass Bratislava die Hauptstadt der Slowakei ist oder wer Tilla Durieux war. Gnädig gibt "lm" dann aber zu erkennen, dass er selbst in dem Band auch einige Begriffe gefunden hat, die ihm unbekannt waren: "Wruken" zum Beispiel oder "Dederon-Gardinen". Von daher gesteht er dem Band doch "Nützlichkeit" zu.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…