Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen von Till Bardoux. Was bedeutet es für das Selbstverständnis der Malerei, als sich im 19. Jahrhundert die Photographie in das Feld der Bildtechniken drängt? Wie gelingt es der Photographie, eine Kunst mit jahrhundertealten Traditionen derart in Zugzwang zu bringen, daß diese fortan unter permanentem Rechtfertigungsdruck steht?
Den Generalbaß des jüngsten Buches von Hubert Damisch bilden die Tagebücher von Eugene Delacroix: einer der größten Koloristen seiner Zeit und einer der Maler, die sich am intensivsten mit der Photographie im Augenblick ihrer Entstehung auseinandersetzten. Als Instrument für die eigene Praxis uneingeschränkt begrüßt, als Stütze für das flüchtige Gedächtnis mit großen Hoffnungen bedacht, für die Selbstinszenierung dankbar in Dienst genommen, bleibt die Photographie jedoch hinsichtlich eines künstlerischen Eigenwertes stets Objekt der Geringschätzung. Und wenn, in der Epoche, in der Delacroix malte und schrieb, es nun die Malerei selbst gewesen wäre, die das Gedächtnis verloren hätte? Das Tagebuch gewinnt in dieser Frage eine Schlüsselfunktion. Entlang der Tagebuchausschnitte, die Damisch seinem eigenen Text an die Seite stellt, ist hier der bedeutende Autor und Kunsttheoretiker Eugene Delacroix neu zu entdecken.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2006
Lobende Worte findet Christine Tauber für diesen beflügelten Essay über Eugene Delacroix (1798-1863) und dessen Verhältnis zu Malerei und Fotografie, den Hubert Damisch verfasst hat. Schlüssel der am Leitfaden der Tagebücher von Delacroix geführten Überlegungen ist für die Rezensentin die Kategorie der Erinnerung, mit der sich der Künstler zeitlebens eingehend befasste. Die Unfähigkeit, sich präzise an Sinneseindrücke zu erinnern, betrachtet sie als eines der zentralen Themen der Tagebuchaufzeichnungen von Delacroix. Anregend erscheinen ihr die Ausführungen über das Verhältnis des Malers zum neuen Medium der Erinnerungsfixierung schlechthin, der Fotografie. Sie unterstreicht, dass Delacroix die Fotografie als Gedächtnishilfe und als Selbstkorrektiv schätzte. Die These des Autors, die Malerei habe im neunzehnten Jahrhundert selbstverschuldet das Gedächtnis verloren und sich damit dem Erinnerungsmedium Fotografie schutzlos ausgeliefert, erschließt sich nach Ansicht Taubers dem Leser "argumentativ" allerdings nicht. Sie bleibe "ein geistreiches Apercu".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Laszlo Vegel: Bekenntnisse eines Zuhälters
Aus dem Ungarischen von Lacy Kornitzer. Im Mittelpunkt dieses legendären ungarischen Romans steht eine Gruppe ...
Charles Dantzig: Wozu lesen?
Aus dem Französischen von Sabine Schwenk. Kleine Feuilletons zu einer großen Frage. In leichtem und ...
Archiv: Bücherschauen
Für ein Happy End
03.02.2012: Die FAZ versinkt in William Trevors sehr irischem Roman "Turgenjews Schatten", der von der Liebe zweier Menschen erzählt, die einfach nicht für das Leben gerüstet sind. Die SZ liest Krimis von Buddy Giovinazzo, verübelt ihm aber, dass er den literarischen Wahnsinn zum Tiefstpreis verschleudert. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen
Hanna Krall: Rosa Straußenfedern
30.01.2012: Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen
Peter Nadas: Parallelgeschichten
26.01.2012: Peter Nadas erzählt die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft sind. Meilensteine in diesem gewaltigen Epos sind die ungarische Revolution 1956, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 sowie die dreißiger Jahre in Berlin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Nadas' Roman "Parallelgeschichten". Mehr lesen








