3 CDs, 212 Minuten. Regie und Hörspielbearbeitung: Rudolf Noelte. Sprecher: Robert Freitag, Dagmar Altrichter, Miriam Spoerri u.a. Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks/Südwestfunks, 1967. Ein von seiner Ehefrau verlassener Mann sitzt allein in der Wohnung und probiert Geschichten an wie Kleider. Oder ist auch das schon eine der Varianten? In diesem Hörspiel erschließt sich der Kosmos von Max Frischs facettenreichstem Roman neu. Man lauscht der Inszenierung von Rudolf Noelte und versteht: "Jedermann erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält". Durch fein gesetzte Musik, Geräusche und die Stimmen von Robert Freitag und Dagmar Altrichter, die Synchronstimmen von Liz Taylor und Ingrid Bergman, entstehen neue Welten im Kopf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2006
Kurz fällt diese Hörbuch-Besprechung von Hannes Hintermeier aus. Und negativ. Das Buch hält der Rezensent für eines der schwierigsten Werke Frischs, nicht zuletzt weil es mit mancher Erzählkonvention bricht. So viel immerhin konnte ihm diese Hörerfahrung (wieder) vermitteln. Alles andere bleibt für Hintermeier eher reizlos. An einen Gantenbein mit österreichischem Akzent (Robert Freitag) scheint er sich, nach anfänglichem Schock, noch zu gewöhnen. Das "existenziell Anstrengende" der "zwar mit großer Präzision", aber in gedämpfter Tonlage artikulierten Sätze jedoch macht ihn müde, ohrenmüde.
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