Sensibel für die politischen, sozialen und geistig-kulturellen Umbrüche seiner Zeit entwickelt Friedrich Schlegel in der Auseinandersetzung mit Fichtes transzendentalem Idealismus ein systemkritisches, ironisches, experimentelles und zur Poesie hin sich öffnendes Philosophiekonzept, das als frühromantischer Idealismus charakterisiert wird. Teil 1 führt anhand der Wissenschaftslehre von 1794/95 in Fichtes Philosophie ein. Die Teile 2 bis 5 verfolgen Schlegels kritische Fichterezeption und seine Konzipierung philosophischer Alternativen. Dabei legt Teil 2 Schlegels Fragmente und kleinere Prosatexte zugrunde. Teil 3 erörtert seine philosophischen Vorlesungen von 1800/01 und 1804/05. Teil 4 ist den besonderen Leistungen Schlegels für ein modernes Poesiekonzept und der Bedeutung seiner programmatischen Forderung der Synthese von Philosophie und Poesie gewidmet. Dabei wird u.a. auf die Konzepte von romantischer Poesie, Transzendentalpoesie und Mythologie eingegangen. Teil 5 behandelt Schlegels Ironiekonzept als innovativen philosophischen Beitrag für ein antimetaphysisches, offenes, plurales Weltbild.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.06.2006
Jürgen Busche hat Bärbel Frischmanns Buch über den deutschen Frühromantiker Friedrich Schlegel und seine frühe Philosophie, die aus der Auseinandersetzung mit Johann Gottlieb Fichte entstanden ist, außerordentlich gefallen. Busche hat die ihm - wie er durchblicken lässt - wohlvertrauten Texte unter dem besonderen Blickwinkel Frischmanns "gerne" wieder gelesen. An der Studie gefällt ihm die umfassende Recherche, das "didaktische Geschick" und naturwissenschaftlich exakte Analyse, die anschaulich den originären Beitrag Schlegels zur Philosophie des 19. Jahrhunderts herausarbeitet. Zu nennen wären hier die Gedanken zur Lyrik ebenso wie das "Ironiekonzept", informiert der Rezensent. Letzteres beschreibe die Autorin als "antimetaphysisch" und "offen", was Busche allerdings für einen Widerspruch in sich hält.
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