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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Karl Clausberg

Zwischen den Sternen: Lichtbildarchive

Was Einstein und Uexküll, Benjamin und das Kino der Astronomie des 19. Jahrhunderts verdanken

Cover: Zwischen den Sternen: Lichtbildarchive

Akademie Verlag, Berlin 2006
ISBN-10 3050040432
ISBN-13 9783050040431
Gebunden, 270 Seiten, 49,80 EUR

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Klappentext

Mit einem Text von Felix Eberty: Die Gestirne und die Weltgeschichte. Deutsche und englische Originalversion von 1846/47. Mit 34 Abbildungen.
Um 1840 hatten präzise Messungen von Fixsternentfernungen erste gedankliche Landepunkte im Weltraum geliefert. Von diesen ausgehend reflektierte der Astronomieliebhaber und Jurist Felix Eberty (1812-1884), inwiefern die Erde von den Lichtjahre entfernten Fixsternen aus betrachtet in jeweils verschiedenen Stadien ihrer Vergangenheit zu sehen sein würde. Seine Überlegungen umriss er in einer schmalen Broschüre mit dem Titel "Die Gestirne und die Weltgeschichte. Gedanken über Raum, Zeit und Ewigkeit".
Ebertys Beschreibung eines zeitlich zerdehnten Weltanschauungsbildes fand in Raubdrucken und Plagiaten weltweite Verbreitung und hinterließ in verschiedensten wissenschaftlich-fiktionalen Bereichen prägende Spuren, zum Beispiel in Einsteins Relativitätstheorie, der theoretischen Biologie Uexkülls und von Baers, im kosmogonischen Irrationalismus Klages', in der Geschichtsphilosophie Benjamins sowie im Kino der zwanziger Jahre. In seiner kleinen Schrift hat Eberty nicht nur neuartige denkmögliche Lichtbildlesarten beschrieben, sondern auch bereits wesentliche Züge einer zukünftigen Bildwissenschaft und Kinotheorie entworfen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.08.2006

Die hier mit einem größeren Kommentar wiederveröffentlichte Schrift "Die Stirne und die Weltgeschichte", vom deutschen Juristen Felix Eberty 1847 erstmals publiziert, ist die Wiederentdeckung wert, findet der Rezensent Luco Di Blasi. Eberty entwickelt darin ein aufregendes Gedankenspiel, das noch den Physiker Albert Einstein nachhaltig beeindruckte - und womöglich bei der Entwicklung der Relativitätstheorie sogar beeinflusste. Wenn nämlich, so Eberty, das Licht dafür sorgt, dass Bilder des Weltalls aus unterschiedlichsten Zeiten uns erreichen, lässt sich dann das Weltall selbst nicht als lichtinformiertes Gesamtarchiv der Erdgeschichte begreifen? Ein faszinierender Gedanke, der von Astronomen wie Esoterikern weitergesponnen wurde und mit der Relativitätstheorie klar zu beantworten ist: Im Grunde ja, nur lesbar ist das Archiv für uns der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit wegen nicht. Dem Kommentar Karl Clausbergs will der Rezensent nicht überallhin folgen, findet aber insgesamt dessen "zwanglose Kopplung von Kultur- und Technikgeschichte" sehr reizvoll.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2006

Als "äußert anregend" würdigt Helmut Mayer diesen Band Karl Clausbergs über Felix Ebertys 1846 erschienenes Werk "Die Gestirne und die Weltgeschichte", das auch in dem Band abgedruckt ist. Mayer sieht in Ebertys Abhandlung einen recht "kuriosen Text". Es geht darin um ein Gedankenexperiment, das Gestirne und Weltgeschichte zusammenbringt. Eberty kommt zu dem Schluss, dass die gesamte Weltgeschichte in einer Art Lichtbildarchiv im All, einem kosmischen Kino aufbewahrt ist, und von einem fiktiven Beobachter betrachtet werden kann. Detailliert zeichnet Mayer das Gedankenexperiment nach, um dann auf Clausbergs Kommentar einzugehen, den er für seine eingehende Darstellung des Hintergrunds und der bunten Wirkungsgeschichte des Textes lobt. Als Beispiele dafür nennt Mayer u.a. Jakob von Uexkülls Theorie der spezifischen Zeitwahrnehmung von Organismen, die Geschichten des französischen Astronomen Camille Flammarion, aber auch Walter Benjamins "Engel der Geschichte". Mayer unterstreicht, dass Clausberg sich in diesen und anderen Fällen an "Indizien" entlanghangelt. Dabei bescheinigt er Clausberg aber, seine Sache "geschickt und vor allem unverbissen" zu vertreten.

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