Jürgen Roth

Der Deutschland-Clan

Das skrupellose Netzwerk aus Politikern, Top-Managern und Justiz
Cover: Der Deutschland-Clan
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783821856131
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Würde Silvio Berlusconi Nachhilfe in Sachen mafiöser Strukturen brauchen, müsste er nach Deutschland kommen. Da werden Flugreisen von Politikern wie Johannes Rau oder Wolfgang Clement von der WestLB bezahlt, während man Zeugen der Flüge mundtot machen will; ist das Scheffeln von Millionen durch Förderung der Korruption in Konzernen wie Dresdner Bank oder DaimlerChrylser mittlerweile an der Tagesordnung; werden Anleger eines Versicherungskonzerns um Millionen betrogen und nicht nur ein ehemaliger Verteidigungsminister ist involviert, sondern auch die Justiz schaut nur zu. Jürgen Roth zeigt wie ein engmaschiges Netzwerk aus hochrangigen Politikern, führenden Konzernchefs und toleranten Justizbehörden die Deutschland AG mit Methoden beherrscht, die eines Rechtsstaats unwürdig sind. Wer wen erpresst, wer die Drahtzieher anrüchiger Deals sind und warum die Justiz nicht ermittelt - dieses Buch enthüllt anhand bisher unbekannter Dokumente Gaunerkartelle, Korruptionsaffären und Verstrickungen von Ministern, Top-Managern und Staatsanwälten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.08.2006

Einen zwiespältigen Eindruck hat Jürgen Roths Buch über den "Deutschland-Clan" bei Rezensent Walter van Rossum hinterlassen. Legitim scheint ihm das aufklärerische Anliegen des Autors, Exzesse der neoliberalen Eliten Deutschlands aufzuzeigen und zu brandmarken. Dabei bescheinigt er Roth, zahlreiche Fakten und Zusammenhänge über die Machenschaften von Politikern, Wirtschaftsbossen und Justiz zu liefern. Zu Rossums Bedauern gelingt es Roth allerdings nicht, die neue Dimension der vom Neoliberalismus entfachten gesellschaftlichen Verwahrlosung "systematisch" zu veranschaulichen. Vor allem die Rhetorik Roths hält Rossum für problematisch, hat sie doch die Tendenz, aktuelle Aufreger in einen "zeitlosen Mythos" zu verwandeln. Das so entstandene "düstere Sittengemälde" widerspricht für ihn dem Wunsch des Autors nach Aufklärung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.06.2006

Der einzige Nachteil von Jürgen Roths Deutschlandporträt ist aus Sicht des Rezensenten Peter Rutkowski, dass der Autor schon lange ein Rufer in der Wüste sei. Allerdings beziehe sich der Autor des öfteren auch auf Initiativen wie Business Crime Control oder Transparency International, die doch immerhin ein wenig Hoffnung auf eine bessere Zukunft machten. Von Bodo Hombach bis zum Nachleben der Stasi in Mecklenburg-Vorpommern, überall habe Jürgen Roth unermüdlich "zwielichtige" Geschichten recherchiert, deren Verflechtungen sich bis in den Bundestag zurückverfolgen lassen Aber, so der durch die Lektüre offenbar hoffnungslos demoralisierte Rezensent im Brustton der Resignation: "Niemanden kümmert's".

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