Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Der Warschauer Kniefall Willy Brandts gilt als Ikone des öffentlichen Gedächtnisses. Er wurde jedoch erst zu einem solchen Symbol, nachdem das außerordentliche Ereignis von der Presse ex post in ein Geflecht narrativer Figuren eingebettet wurde, deren kultureller Ursprung hauptsächlich in der christlichen Religion zu finden ist. Das Symbol entstand im Text. Der Prozess der Symbolgenerierung beruht damit auf einer Wechselseitigkeit von Performanz und Narrativität, und erst das Ineinandergreifen dieser beiden kommunikativen Ressourcen produzierte das charismatische Identitätszeichen.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.01.2007
Mit viel Lob versieht Rezensent Claus Leggewie diese mit allen soziologischen Wassern gewaschene Studie, die seinen Informationen zufolge aus einer Dissertation hervorgegangen ist. Christoph Schneider gehe darin der Frage nach, wie Willy Brandts legendärer Warschauer Kniefall zum nationalen Symbol werden konnte. In seiner Analyse ziehe der Konstanzer Soziologe sämtliche Register seines Faches, weshalb der Rezensent auch von "schwerer Kost" spricht und Zweifel anmeldet, ob ihm jeder Leser auf dieses hohe Niveau werde folgen können. Dass es sich aber überaus lohnt, Schneiders Refelexionsgipfel zu erklimmen, ist für Leggewie dagegen vollkommen zweifelsfrei. Besonders interessant findet der Rezensent Schneiders Interpretationen von Bildern des Kniefalls (mit der Schneider für ihn in der ansonsten "bildabstinenten" Soziologie außerdem Neuland betritt), sowie seine Rekonstruktion einer "bewussten oder verdrucksten Christianisierung" des Holocaust-Gedenkens, in die Schneider auch die Ikonografie dieser Demutsgeste eingeordnet wissen will.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.05.2006
Gemischte Gefühle hat Christoph Schneiders ins Detail gehende Untersuchung von Willy Brandts Warschauer Kniefall bei Rezensentin Katharina Rutschky ausgelöst. Sie bescheinigt dem Autor, detailliert nachzuweisen, wie diese Geste Brandts zur "Ikone des öffentlichen Gedächtnisses" geworden ist, und hebt dabei den interdisziplinären Ansatz Schneiders hervor, der alles einbeziehe, was Soziologen, Anthropologen und Philosophen, Literaten und Literaturwissenschaftler beizusteuern haben. Andererseits hält sie Schneider vor, mit einem Übermaß an Theorie und wortreichen Erläuterungen das Ereignis selbst zu überlagern. Die akademische Beschäftigung mit der Materie wird zum eigentlichen Thema. Und letztlich kann sich Rutschky nicht des Eindrucks erwehren, dass bei Schneider die Wirklichkeit der Theorie zu genügen hat und nicht umgekehrt.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Bücher von Lesern empfohlen
Patricia B. McConnell: Das andere Ende der Leine
Aus dem Englischen von Gisela Rau. Dies ist eigentlich kein Buch über Hundeerziehung, sondern eines über ...
Michael Stolleis: Sozialistische Gesetzlichkeit
Dieses Buch bietet eine erste Gesamtdarstellung der Staats-, Verwaltungs- und Völkerrechtslehre in der DDR. ...
Archiv: Bücherschauen
Vexierspielkünstler
20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter


