Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
In den "Beleidigungen des Glücks" zeichnet Bruno Preisendörfer Figuren, die mit unvorhersehbaren Ereignissen ebenso umgehen müssen wie mit den lähmenden Gewohnheiten des Alltags. Da ist beispielsweise die Rede von Hans, der ein Leben lang an seinem Haus baut. Im Obergeschoss soll später einmal seine Tochter Silvia mit ihrer Familie leben. Doch als Silvia erwachsen ist, zieht sie mit ihrer unehelichen Tochter in eine andere Stadt und kehrt erst nach Hans' Tod in ihr Elternhaus zurück. Oder die Geschichte von Winfried und Bettina, die zusammen eine Affäre haben. Bettina verlässt ihren Lebensgefährten, kehrt aber nach einiger Zeit zurück, schließlich haben sie während ihrer Trennung öfter miteinander geredet als vorher. Winfried hingegen verheimlicht seiner Frau die Affäre, denn mit seiner Ehe hatte das nichts zu tun. Vom Seitensprung seiner Frau weiß er nichts.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.07.2006
Als "Urszenen des Lebens" feiert Rezensent Gustav Mechlenburg Bruno Preisendörfers neue Erzählungen. Das Besondere an ihnen ist für ihn das Fehlen von jeglichem Pathos. Stattdessen glänzt der Autor Mechlenburgs Ansicht nach mit einem "klage- und schnörkellosen Stil", verheddere sich nie im "tragischen Potenzial seiner Figuren", obwohl es denen in den Geschichten meistens "dreckig" gehe, sie krank, verliebt oder ohne Hoffnung seien. Außerdem gingen die Erzählungen niemals indiskret mit dem Unglück der Figuren um.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.05.2006
Eine "Phänomenologie des Glücks oder des Unglücks" bilden die Erzählungen Bruno Preisendörfers laut Rezensent Ulrich Rüdenauer. Preisendörfer beschreibe nichts spektakuläres, und gerade das geht dem Rezensenten zu Herzen, weil die Figuren und deren Fährnisse sich bei der Lektüre immer wieder mit den eigenen Erfahrungen vermengen. Es gibt keine Geheimnisse, auch die umstürzenden Ereignisse kommen nicht mit Gepolter daher oder sind unerklärlich, sie sind eher "Haarrisse im Gefühl", wie Rüdenauer den Autor zitiert, auf die es aber trotzdem keine Antwort gibt. Stilistisch halte sich Preisendörfer zurück, er schreibe streng und sachlich, was zur Verwunderung des Rezensenten aber gerade die Fantasie des Lesers antreibt, die freigelassenen Flächen zu füllen.
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