Die Griechen waren genaue Beobachter der sie umgebenden Natur. Neben der Erforschung, die ihren Höhepunkt im Werk des Aristoteles (4. Jh. v. Chr.) hatte, standen auch volkstümliche Erfindungen über die Eigenschaften von Tieren, ihre Jagdmethoden und die Möglichkeiten, sie zu fangen. In diesen reichen Schatz von Erzählungen wurde mit der Ausweitung der griechischen Welt unter Alexander dem Großen auch die Tierwelt Vorderasiens und Nordafrikas einbezogen. Die moderne Forschung hat diejenigen Tiergeschichten - Aussagen über Tiere, die nicht auf Naturbeobachtungen basieren - als Jägerlatein beiseite geschoben und verlegen ignoriert. Schlangenfressende Hirsche, Wächterkraniche, die einen Stein festhalten müssen oder Purpurhühner, die die häusliche Tugend bewachen sollen, Hyänen, die ihre Beute mit ihrem Schatten betäuben oder Tiger, die man nur mit Hilfe gläserner Kugeln fangen kann, werden aber in der antiken Kunst dargestellt und waren Bestandteil der antiken Gedankenwelt. Ihre wechselnde Akzeptanz in der Antike verrät viel über das sich wandelnde Verhältnis des antiken Menschen zur Natur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2006
Fasziniert zeigt sich Rezensentin Julia Voss von diesem Buch über rätselhafte antike Tiergeschichten, die der Archäologe Harald Mielsch anhand von Mosaiken, Reliefs, Buchminiaturen, Teppichen und Fresken untersucht. Überraschend erscheint ihr aber die Schlussfolgerung des Autors, die sonderlichen Tieranekdoten seien ein relativ spätes Produkt der Kultur. So schildere etwa die Spätantike in Wort und Bild das Tierverhalten aus unserer Sicht wunderlicher als der Hellenismus. Voss verweist auf die verschiedenen Deutungsmöglichkeiten für die bizarre Überlieferung, die Mielsch bietet. Neben der Annahme, die Tierbilder oder Geschichten seien symbolisch, erklärt er nach Auskunft der Rezensentin manche Geschichten auch als Produkt von Missverständnissen bei der Überlieferung. Dabei unterschlage Mielsch keineswegs, dass diese Faktoren letztlich keine ausreichende Erklärung für deren Gestalt liefern.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Daniel Kehlmann: Afrika Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…