Experiment Mainstream?

Differenz und Uniformierung im populären Kino
Cover: Experiment Mainstream?
Bertz und Fischer Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783865051660
Kartoniert, 182 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Christine Rüffert, Irmbert Schenk, Karl-Heinz Schmid und anderen. Die fortschreitende Globalisierung der Kulturindustrie im Zeichen Hollywoods scheint den "Film als Kunst", als Medium des Guten, Schönen und Wahren, endgültig erledigt zu haben. Postmoderne Kulturtheorien mit ihrer wertfreien Vermischung von hoher und niederer Kultur holen dabei letztlich nur die Erfahrungswirklichkeit der meisten Kinogänger ein, die die moderne Populärkultur längst zu ihrer Basiskultur gemacht haben.
Zur Diskussion stehen dann Fragen wie: Muss der Globalisierung eine Regionalisierung entgegengesetzt werden? Muss Europa der ökonomischen und kulturellen Übermacht der USA explizit Eigenes entgegenstellen? Führt Hollywood zur Uniformierung der filmischen Ausdrucksweisen und sogar der Welt-Anschauung? Oder ist es eher umgekehrt: Ist es am Ende gar der Mainstream, der eine größere Vielfalt als erwartet aufweist und zugleich das Kino-Ereignis aufwertet, mithin zum "Kino der Attraktionen" zurückkehrt und so vielleicht das Kino fürs Erste rettet?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2006

Dass die beiden Begriffe des Titels längst nicht mehr einfach in eine Frontstellung zwischen Kunst und Unterhaltung gebracht werden können, ist für Bert Rebhandel nicht eben eine zwingend neue Einsicht. Überraschend ist da schon eher der Befund, dass "das populäre Kino so häufig auch das experimentelle ist". Dafür freilich, so der Rezensent, findet dieser Band als Ergebnis des 10. Bremer Symposiums zum Film keine schlüssigen Begründungen, schlägt sich die Mehrheit der Autoren zumindest in der Wahl des Themas doch auf die Seite des "Experiments" statt auf die des "Mainstreams". Eine der wenigen Ausnahmen bildet Thomas Elsässers Rettungsversuch des vielgeschmähten "Forrest Gump", der durchaus als komplexes Sinnbild einer entleerten Geschichte taugen könne und aufzeige, dass Zerstreuung und Kontemplation sich nicht ausschließen müssen.

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