Mit einem Vorwort von Siegfried Lenz. Michael Wieck schildert in seinem bewegenden Bericht das Königsberg seiner Kindheit und Jugend. Er erzählt von der Herrschaft des Nationalsozialismus und beschreibt die Zerstörung Königsbergs durch alliierte Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg und die Belagerung durch die Rote Armee. Als Sohn eines nichtjüdischen Vaters und einer jüdischen Mutter erlebte er während des Nationalsozialismus Ausgrenzung, den Verlust jeglicher Sicherheit und die Deportation von Freunden und Verwandten. Mit der Einnahme Königsbergs folgte für Michael Wieck die Inhaftierung im sowjetischen Internierungslager Rothenstein. Während der NS-Herrschaft gab der nichtjüdische Vater Schutz, nach Kriegsende retteten allein Mut und Einfallsreichtum des Sohnes die Eltern. Kraft und Trost fand Michael Wieck in seiner Musik, die ihm früh zur Berufung geworden war.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.04.2006
Als ein "nach wie vor bemerkenswertes Buch" würdigt der "cas." zeichnende Rezensent die erstmals vor zwanzig Jahren erschienenen Erinnerungen Michael Wiecks, die jetzt in einer Taschenbuchausgabe zu haben sind. Wie er berichtet, war der aus bürgerlichen Verhältnissen und einer musischen Familie mit jüdischen wie christlichen Wurzeln stammende Autor einer der wenigen Königsberger Juden, die die Nazibarbarei überlebten. Der Rezensent empfiehlt das Buch jedem, der sich dafür interessiert, wie das Nazi-Regime und die ihm willfährigen Bürger die Juden aus der Gesellschaft drängten und schließlich in den Tod trieben. Vor allem jüngeren Lesern legt er das Buch ans Herz - zumal der Verfasser "schlicht und eindringlich" von jenen Jahren berichtet und immer wieder versucht, "den Menschen - Mitläufern wie Opfern, Siegern und Besiegten - in ihren Widersprüchen gerecht zu werden."
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