Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Ingo Herzke. Es gibt eine Entdeckung zu machen: Der junge Autor Rattawut Lapcharoensap, geboren in Chicago, aufgewachsen in Bangkok, erzählt in seinem gefeierten Debüt von einem Thailand, das wir so nicht kennen: fern von exotischen Stereotypen und ganz nah dran am modernen Leben. So zum Beispiel in der preisgekrönten Geschichte "Farangs", in der der junge Erzähler sich in eine amerikanische Urlauberin verliebt, die wie alle Farangs - Touristen - in Thailand nur Elefanten und Sex sucht, dann aber überraschend die Bekanntschaft eines Hausschweins namens Clint Eastwood macht.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.07.2006
Rattawut Lapcharoensap halte dem typischen Thailandtouristen zwar den Spiegel vor, so Rezensent Jean-Michel Berg, aber nicht nur, und darin liege die Qualität der Erzählungen. Beispielsweise seien auch die meist jugendlichen Ich-Erzähler als Thailänder genauso westlich orientiert wie die Touristen, die sich in ihren Urlaubsparadiesen oft genug wie "Herrenmenschen" aufführten. So gelinge es dem Autor gerade durch die gebrochenen Perspektiven seiner Helden, vom Leben in Thailand ohne Simplifizierung oder gar Moral zu erzählen, von der Kriminalität, aber auch von "fragwürdigen" Traditionen. Vor allem aber, freut sich der Leser im Rezensenten, kämen die Erzählungen mit frischem "Tonfall" daher und die Protagonisten hätten allen Problemen zum Trotz durchaus ihre glücklichen Zeiten.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.07.2006
Zu Recht wird Rattawut Lapcharoensap als literarischer Vertreter der postkolonialen Enkelgeneration gefeiert, findet die Rezensentin Susanne Messmer. Lapcharoensaps "leichtfüßige, unterhaltsame und erhellende" Erzählungen, die sich hauptsächlich um thailändische Kinder und Teenager drehen, gelingt es, so die Rezensentin, zugleich universell und speziell thailändisch zu sein. Sehr gut gefallen haben der Rezensentin sowohl die von Lapcharoensap wie nebenbei eingestreuten "kleinen, amüsanten kulturellen Rachefeldzüge" (etwa wenn ein Junge sein Schwein Clint Eastwood tauft) ls auch die wiederkehrende Beschäftigung des Autors mit der für das touristenüberflutete Thailand so drängenden Frage, was man inmitten des Fremden noch als das Eigene ausmachen kann und wie wichtig dies eigentlich ist. Doch es ist die sehr an der alltäglichen Normalität orientierte Erzählung "Hahnenkampf", die der Rezensentin am besten gefallen hat. In ihren Augen schildert sie am "stärksten und bedrohlichsten", wie demütigend nah am Abgrund auch wohlhabendere Familien leben können.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.07.2006
Lebhaften Anklang finden vorliegende Erzählungen des jungen thailändischen Autors Rattawut Lapcharoensap bei Katharina Borchardt. Den Geschichten über ausländische Touristen in Partylaune, Prostitution, die erste Liebe thailändischer Teenager oder den ersten Besuch zweier Brüder in einem amerikanischen Fastfood-Restaurant bescheinigt Borchardt eine differenzierte Gestaltung von Personal und Dialogen. Lobend hebt sie in diesem Zusammenhang den Verzicht des Autors auf einen in der thailändischen Literatur oft praktizierten Moralismus sowie auf eine politische Deutung seiner Geschichten hervor - obwohl auch bei ihm Menschen auf Müllhalden leben, und Prostitution und Korruption auf der Tagesordnung stehen.
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