Kommentiert von Fritz P. Knapp. Misst man die Bekanntheit mittelalterlicher Ritterepen an der Anzahl überlieferter Codices, dann war Wolframs "Willehalm" fast so beliebt wie sein "Parzival". Was aber die künstlerische Ausstattung deutscher Ependichtungen betrifft, überragt der "Willehalm" alle anderen Werke. Der Aufwand war derart hoch, dass einige Exemplare aus Zeit- oder Geldmangel nicht fertiggestellt werden konnten. Von den wenigen erhaltenen illuminierten Willehalm-Ausgaben ist der Codex Vindobonensis 2670 die einzige mit einem vollständigen Bilderzyklus zu allen drei Teilen dieser Sammelhandschrift: ? der Willehalmdichtung des Ulrich von dem Türlin, ? Wolframs Willehalm und dem ? Rennewart aus der Feder Ulrichs von Türheim. Zwischen den ersten beiden Teilen finden sich noch zwei kleine Werke des Strickers. Die insgesamt 117 Miniaturen sind mit kräftigen Deckfarben auf poliertem Goldgrund ausgeführt. Als Bildthemen sind mit Vorliebe Momente des religiösen oder des höfischen Zeremoniells ausgewählt worden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2006
Die zweibändige Handausgabe des bereits in den Siebzigern erstellten Faksimiles von Wolfram von Eschenbachs "Willehalm" sei "natürlich" keine Leseausgabe, meint "spre", und empfiehlt allen, die am Text interessiert sind, die Ausgabe im Klassiker-Verlag zu ordern. Trotz der Verkleinerung sei aber die Schrift "leidlich" gut zu lesen, gibt der Rezensent zu Protokoll, und auch die Illustrationen "strahlen" ebenso wie beim großen Vorbild. Nur der gelbe Kopfschnitt erntet Kritik: Er scheint abzufärben.
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