Der Band vollendet die kommentierende Erschließung sämtlicher illustrierter Flugblätter der berühmten frühen Nachrichtensammlung des Zürcher Chorherrn Johann Jakob Wick. Dieser Band enthält die früheren Blätter der Jahre ca. 1500 bis 1569. Sie befassen sich mit vielen Themen und Ereignissen unter vielfältigen Perspektiven. Nur durch die Zusammenarbeit mehrerer Disziplinen können diese komplexen Leistungen früher Kombinationen aus Bild und Text in ihrem kulturgeschichtlichen Konnex, in ihren Bedingungen und Zielen durchschaut werden. Dieses zu bieten sehen die Kommentare als ihre Aufgabe an. Damit dürften die Blätter für die Literatur- und die Kunstgeschichte wie für viele andere Teilbereiche einer umfassenden Kulturgeschichte erschlossen werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2006
Auch die frühe Neuzeit verfügte über ein "Multimedium" aus Text und Bild, wie die wichtige Züricher Sammlung Wick beweist, so Rezensent Franz Mauelshagen, der diese Edition mit großem Interesse aufgenommen hat. Der Chorherr Johann Jacob Wick (1522-1588) habe sie als Rohmaterial für eine Chronik benutzt und in 24 Foliobände integriert, die den eidgenössischen "reformierten Wunderglauben des sechzehnten Jahrhunderts" dokumentieren, daher auch "Wunderchronik" genannt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entdeckte die Volkskunde die Flugblätter als Massenmedium und löste die Blätter aus ihrem chronikalen Zusammenhang, um sie in eine Grafische Sammlung zu übernehmen. Ein irreparabler Schaden, wie der Rezensent feststellt, der allerdings die Flugblätter auch zum Forschungsgegenstand werden ließ. Die Ergebnisse sind in zwei kommentierten und den Kontext der Chronik berücksichtigenden Bänden, den "Wickiana", erschienen und nun abgeschlossen. Es zeige sich, dass die Berichte über Wunderzeichen meist auf reale Begebenheiten zurückzuführen sind und nicht der Phantasie entspringen, wie die ältere Forschung noch angenommen habe. Außerdem haben sich die Flugblätter an eine gebildete Oberschicht gewandt, und nicht an das einfache Volk. Damit komme der Volkskunde "das Volk" immer mehr abhanden, wie der Rezensent süffisant feststellt.
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