Einleitung von Andreas Pflitsch und Konrad Repgen. Illustriert von Jörg Heieck und Reda Hamadi. Beiträge von Gamal Al-Ghitani, Adel Karasholi, Claudio Ott. Herausgegeben von Alexander Haridi / Deutscher Akademischer Austausch Dienst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.03.2006
Mit seinem differenzierten Blick auf die arabische Welt sei dieser Band geeignet, Eindimensionalitäten und Stereotypen in der westlichen Berichterstattung zu entkräften, erklärt Markus Meßling. Was hier zweisprachig - arabisch und deutsch - mit Beiträgen zur Übersetzungskultur, zu politischer Opposition und dem Problem der "Westernization", mit einer beigefügten Hör-CD und Kairo-Reportagen geboten wird, zeige Chancen und Grenzen der gegenseitigen Verständigung. Besonders angetan zeigt sich der Rezensent von einem "klugen Beitrag" des zeitweise in Kairo lebenden Germanisten Eckehard Czucka, der mit der verbreiteten Vorstellung aufräumt, "der Islamismus sei allein das Produkt eines mittelaterlichen Weltbildes". Ganz im Gegenteil: Seine fundamentalistische Auslegung sei gerade aus einer "intensiven Auseinandersetzung" mit der westlichen Welt hervorgegangen. Und hier beginnt für Meßling der eigentliche "Seiltanz", den der Band in sich selbst austrägt: Denn die beleidigte Reaktion des in Kairo lehrenden Sayed Fathallas auf Czuckas These zeige nicht nur "den lähmenden Mangel an kultureller Selbtsreflexion und kritischer Erneuerung", sondern auch die "Grenzen der Dialogfähigkeit" überhaupt.
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