Mythen der Ökonomie

Anleitung zur geistigen Selbstverteidigung in Wirtschaftsfragen
Cover: Mythen der Ökonomie
VSA Verlag, Hamburg 2005
ISBN 9783899651195
Paperback, 168 Seiten, 13,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben vom Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (Beigewum). Die öffentliche Debatte über Wirtschaft und Wirtschaftspolitik ist dominiert von der Sachzwang-Logik. In der Diskussion um wirtschaftliche Reformen spielen Wünsche, Interessen und Ziele gesellschaftlicher Gruppen keine Rolle. Alles dreht sich um die Frage, welchem Anpassungsdruck durch neueste Entwicklungen (Globalisierung, Arbeitslosigkeit, Konjunkturflaute, ausufernde Steuerbelastung) wieder Folge zu leisten ist. Der ökonomischen Expertise kommt bei der Plausibilisierung entsprechender Reformmaßnahmen eine wichtige Rolle zu: Wirtschaftswissenschafter, Unternehmensverbände und Wirtschaftspolitiker haben die Aura des besseren Wissens und begründen mit Expertenwissen zutreffende Maßnahmen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2006

Scharfe Kritik übt Rezensent Arndt Christiansen an diesem Band des Beirats für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen, der die wirtschaftspolitische Bildung der Bevölkerung zu verbessern sucht, indem er die angeblichen "Mythen der Ökonomie" entlarvt. Diesem Anspruch wird der Band nach Ansicht Christiansens in keiner Weise gerecht. Schon der Ansatz, die ökonomischen Debatten seien von "Mythen" geprägt, die gesellschaftliche Hintergründe bewusst verschleierten und scheinbare Sachzwänge konstruierten, erscheint ihm fraglich und ziemlich "apodiktisch". Das Vorgehen, die thematisierten "Mythen" aus den Bereichen Staat, Arbeitsmarkt, Unternehmen und Gesellschaft (etwa "Die Steuern sind zu hoch" oder "Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut") auf zwei, drei knappe Sätze zuzuspitzen und zu diskutieren, überzeugt Christiansen nicht, werden die angegriffenen Positionen seines Erachtens doch "ungebührlich verkürzt". Vor allem wenn es um komplexe Zusammenhänge mit internationalen Bezügen geht, scheitern für Christiansen die Autoren in ihrem Bemühen um eine einfache Darstellung. Generell kann er mit der "antagonistische Sichtweise" des Buchs nichts anfangen.

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