Aus dem Französischen von Anja Nattefort. Mit viel Humor blickt die 15-jährige Doria auf ihr Leben. Und das ist eigentlich alles andere als lustig. Zusammen mit ihrer analphabetischen Mutter lebt sie in einer tristen Pariser Vorstadtsiedlung. Der Vater ist mit einer jüngeren Frau nach Marokko abgehauen. Seitdem beschränken sich Dorias Shopping-Ausflüge auf die Altkleiderkammer. Und einmal die Woche geht sie zu einer Therapeutin, die sie nicht versteht, aber nett ist. Nett ist auch Hamoudi, den Doria heimlich verehrt...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2006
Als gelungene Innenansicht aus den Pariser Banlieues lobt Rezensent Joseph Hanimann diesen Jugendroman über ein marokkanisch-französisches Mädchen, das mit seiner Mutter in einem Sozialblock in einer Pariser Vorstadt lebt. Die Schilderung des Milieus und der Figuren findet der Rezensent realistisch und trotzdem liebevoll. Besonders gelungen sei die Entwicklung der "kratzbürstig motzenden" Heldin Doria zu einer jungen Frau mit "eigenen Persönlichkeitsansätzen", so Hanimann. Auch die sich nicht allzu wichtig nehmende Erzählweise der Heldin macht das Buch seiner Ansicht nach auch für junge deutsche Leser anregend. In diesem Zusammenhang wird besonders Anja Nattefort hervorgehoben, deren "hervorragende Übersetzung" bei Hanimann den Eindruck erweckte, die Handlung spiele direkt in seinem Viertel.
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