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Alexander Masters
Das kurze Leben des Stuart Shorter
Klappentext
Aus dem Englischen von Malte Krutzsch. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Alexander, einem Schriftsteller und Illustrator, und Stuart, einem chaotischen Obdachlosen. Masters versucht zu begreifen, warum sich ein fröhlicher kleiner Junge in eine drogen- und alkoholsüchtige Dr.Jekyll-und-Mr.Hyde-Persönlichkeit verwandelt hat.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2006
Alexander Masters’ Biographie über Stuart Shorter, einen vorbestraften, drogensüchtigen Obdachlosen, hat Rezensentin Gisa Funck überaus beeindruckt. Das ganze Elend eines Lebens auf der Straße wird für sie mit Händen greifbar. Sie attestiert dem Autor, Shorters Werdegang - Prügel, sexueller Missbrauch in Kindheit und Jugend, frühe Drogensucht, Kriminalität - präzise aufzuzeichnen und mit Interviews mit dessen Familie und Bekannten sowie Informationen über Obdachlosigkeit zu ergänzen. Sie lobt die Einbeziehung des Porträtierten, den der Autor mit Kommentaren zum Manuskript zu Wort kommen lässt. Dadurch erhalte Beurteilung des Falles nicht nur eine Gegenstimme, sondern es entspinne sich bald ein interessanter Dialog zwischen Masters und Shorter. Abschließend würdigt sie Masters als "außergewöhnlich mutigen Chronisten", der aus seiner eigenen Hilflosigkeit nie einen Hehl macht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.07.2006
Nahezu sprachlos hat dieses Buch den Rezensenten Uwe Schütte zurückgelassen, der in Abgründe eines verpfuschten Lebens blickte. In "Das kurze Leben des Stuart Shorter" erzählt Alexander Masters die Geschichte eines Obdachlosen, den man einfach nicht mögen kann: Shorter ist kein edler Clochard, sondern "ein gewalttätiges, furchteinflößendes Wrack", ein Junkie, Krimineller und Psychopath, der laut Masters nicht soziale Unterstützung braucht, sondern ein neues Gehirn. Hymnisch wird der Rezensent, wenn es um Masters Erzählweise geht: Denn der Clou des Buches - angeblich eine Idee Shorters - ist, dass es die Geschichte dieses Obdachlosen von hinten erzählt, es arbeitet sich aus der Gegenwart immer weiter zurück zu dem Punkt, an dem Shorter die Pfade des geregelten Lebens verließ.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2006
Eine "Lebensverwüstungsgeschichte" nennt Alex Rühle diesen Bericht über das chaotische Leben von Stuart Shorter, den Alexander Masters niedergeschrieben hat. Rühle berichtet, wie sich die beiden - ein obdachloser Ex-Junkie der eine, ein gut situierter Physiker der andere - zufällig begegneten, wie sich daraus eine Freundschaft entwickelte, wie Shorter die Aufzeichnung seiner Lebensgeschichte durch Masters kritisch begleitete. Als "sehr gekonnt" empfindet Rühle die Montage der erzählten Szenen mit Sozialrecherchen und dokumentarischem Material über Drogenkonsum, Strafvollzug und Obdachlosigkeit. Wohltuend erscheint ihm dabei vor allem die Zurückhaltung, die sich Masters auferlegt, sein Verzicht, als Klassenkämpfer oder Sozialromantiker aufzutreten, sowie sein lakonischer Tonfall. Um so eindringlicher wirkt diese "Chronologie einer Lebenskatastrophe" auf Rühle, dem der oft rüpelhaften Shorter am Ende doch sehr ans Herz gewachsen ist. "Das kurze Leben des Stuart Shorter" ist für ihn aber nicht nur die Biografie eines Gescheiterten, sondern darüber hinaus eine Hommage an die Gestalten an der Peripherie unserer Gesellschaft der Gegenwart.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.05.2006
Berührt zeigt sich Elisabeth Wehrmann von Alexander Masters’ Bericht über das Leben des Stuart Shorter, einem kranken, drogenabhängigen, auf der Straße lebenden 30-Jährigen. Sie schildert die erste Begegnung des Autors mit Shorter, berichtet über das Entstehen ihrer Freundschaft, über Masters’ Versuche Shorter und dessen gescheiterte Leben zu verstehen, und schließlich über dessen Entschluss, Shorters Geschichte aufzuschreiben. Eine Geschichte, die Wehrmann zufolge von Demütigung, Ausgrenzung, Missbrauch, Krankheiten, Chaos und Wahnsinn handelt, und die er als "unsentimental, traurig und doch witzig" würdigt. Ebenso lobt sie den Tonfall des Autors und bescheinigt ihm, Shorters Geschichte ohne Mitleidsgetue und dem Rückzug auf allzu einfache Erklärungsmodelle aufgezeichnet zu haben.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.03.2006
Ein merkwürdiges Buch sei das, findet Sebastian Domsch: In England erschien "Das kurze Leben des Obdachlosen Stuart Shorter" als Biografie , in Deutschland nun trägt es den Untertitel Roman auf den Deckeln - mit einem paradoxen Effekt: "Als Romanfigur ist Stuart unglaubwürdig, als unwahrscheinliches Subjekt einer Biografie ist er unglaublich." Denn Stuart nervt, wo er nur kann: Den Rezensenten sowieso, aber auch den Autor Alexander Masters, der nicht ohne sozialpädagogische Absichten die Geschichte des schwierigen Freundes und Obdachlosen Stuart rückwärts berichtend bis in die Kindheit ergründen will. Und dabei immer wieder an dessen wiederborstigen Dummheiten zu scheitern droht. Genau dies rettet das Buch allerdings vor der "Betroffenheitsfalle", findet Domsch. In seinen besten Momenten entstehe so das ruppiges Porträt eines Außernseiters, der den Leser "durch seine noch im Verlierertum charismatische Art gefangen nimmt und für kurze Zeit verzaubern" kann.
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