Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Alexander Masters
Das kurze Leben des Stuart Shorter
Klappentext
Aus dem Englischen von Malte Krutzsch. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Alexander, einem Schriftsteller und Illustrator, und Stuart, einem chaotischen Obdachlosen. Masters versucht zu begreifen, warum sich ein fröhlicher kleiner Junge in eine drogen- und alkoholsüchtige Dr.Jekyll-und-Mr.Hyde-Persönlichkeit verwandelt hat.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2006
Alexander Masters? Biographie über Stuart Shorter, einen vorbestraften, drogensüchtigen Obdachlosen, hat Rezensentin Gisa Funck überaus beeindruckt. Das ganze Elend eines Lebens auf der Straße wird für sie mit Händen greifbar. Sie attestiert dem Autor, Shorters Werdegang - Prügel, sexueller Missbrauch in Kindheit und Jugend, frühe Drogensucht, Kriminalität - präzise aufzuzeichnen und mit Interviews mit dessen Familie und Bekannten sowie Informationen über Obdachlosigkeit zu ergänzen. Sie lobt die Einbeziehung des Porträtierten, den der Autor mit Kommentaren zum Manuskript zu Wort kommen lässt. Dadurch erhalte Beurteilung des Falles nicht nur eine Gegenstimme, sondern es entspinne sich bald ein interessanter Dialog zwischen Masters und Shorter. Abschließend würdigt sie Masters als "außergewöhnlich mutigen Chronisten", der aus seiner eigenen Hilflosigkeit nie einen Hehl macht.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.07.2006
Nahezu sprachlos hat dieses Buch den Rezensenten Uwe Schütte zurückgelassen, der in Abgründe eines verpfuschten Lebens blickte. In "Das kurze Leben des Stuart Shorter" erzählt Alexander Masters die Geschichte eines Obdachlosen, den man einfach nicht mögen kann: Shorter ist kein edler Clochard, sondern "ein gewalttätiges, furchteinflößendes Wrack", ein Junkie, Krimineller und Psychopath, der laut Masters nicht soziale Unterstützung braucht, sondern ein neues Gehirn. Hymnisch wird der Rezensent, wenn es um Masters Erzählweise geht: Denn der Clou des Buches - angeblich eine Idee Shorters - ist, dass es die Geschichte dieses Obdachlosen von hinten erzählt, es arbeitet sich aus der Gegenwart immer weiter zurück zu dem Punkt, an dem Shorter die Pfade des geregelten Lebens verließ.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2006
Eine "Lebensverwüstungsgeschichte" nennt Alex Rühle diesen Bericht über das chaotische Leben von Stuart Shorter, den Alexander Masters niedergeschrieben hat. Rühle berichtet, wie sich die beiden - ein obdachloser Ex-Junkie der eine, ein gut situierter Physiker der andere - zufällig begegneten, wie sich daraus eine Freundschaft entwickelte, wie Shorter die Aufzeichnung seiner Lebensgeschichte durch Masters kritisch begleitete. Als "sehr gekonnt" empfindet Rühle die Montage der erzählten Szenen mit Sozialrecherchen und dokumentarischem Material über Drogenkonsum, Strafvollzug und Obdachlosigkeit. Wohltuend erscheint ihm dabei vor allem die Zurückhaltung, die sich Masters auferlegt, sein Verzicht, als Klassenkämpfer oder Sozialromantiker aufzutreten, sowie sein lakonischer Tonfall. Um so eindringlicher wirkt diese "Chronologie einer Lebenskatastrophe" auf Rühle, dem der oft rüpelhaften Shorter am Ende doch sehr ans Herz gewachsen ist. "Das kurze Leben des Stuart Shorter" ist für ihn aber nicht nur die Biografie eines Gescheiterten, sondern darüber hinaus eine Hommage an die Gestalten an der Peripherie unserer Gesellschaft der Gegenwart.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.05.2006
Berührt zeigt sich Elisabeth Wehrmann von Alexander Masters? Bericht über das Leben des Stuart Shorter, einem kranken, drogenabhängigen, auf der Straße lebenden 30-Jährigen. Sie schildert die erste Begegnung des Autors mit Shorter, berichtet über das Entstehen ihrer Freundschaft, über Masters? Versuche Shorter und dessen gescheiterte Leben zu verstehen, und schließlich über dessen Entschluss, Shorters Geschichte aufzuschreiben. Eine Geschichte, die Wehrmann zufolge von Demütigung, Ausgrenzung, Missbrauch, Krankheiten, Chaos und Wahnsinn handelt, und die er als "unsentimental, traurig und doch witzig" würdigt. Ebenso lobt sie den Tonfall des Autors und bescheinigt ihm, Shorters Geschichte ohne Mitleidsgetue und dem Rückzug auf allzu einfache Erklärungsmodelle aufgezeichnet zu haben.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.03.2006
Ein merkwürdiges Buch sei das, findet Sebastian Domsch: In England erschien "Das kurze Leben des Obdachlosen Stuart Shorter" als Biografie , in Deutschland nun trägt es den Untertitel Roman auf den Deckeln - mit einem paradoxen Effekt: "Als Romanfigur ist Stuart unglaubwürdig, als unwahrscheinliches Subjekt einer Biografie ist er unglaublich." Denn Stuart nervt, wo er nur kann: Den Rezensenten sowieso, aber auch den Autor Alexander Masters, der nicht ohne sozialpädagogische Absichten die Geschichte des schwierigen Freundes und Obdachlosen Stuart rückwärts berichtend bis in die Kindheit ergründen will. Und dabei immer wieder an dessen wiederborstigen Dummheiten zu scheitern droht. Genau dies rettet das Buch allerdings vor der "Betroffenheitsfalle", findet Domsch. In seinen besten Momenten entstehe so das ruppiges Porträt eines Außernseiters, der den Leser "durch seine noch im Verlierertum charismatische Art gefangen nimmt und für kurze Zeit verzaubern" kann.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Golden german tor lass uns ein als große fisch
10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








