Die Jahre vor und nach Ausbruch der Französischen Revolution waren auch in Deutschland eine Zeit des Umbruchs. Wie an keinem anderen deutschen Ort lässt sich diese politische und geistige Entwicklung in der Universitäts- und Residenzstadt Mainz verfolgen. Hier stießen schon vor 1789 Verfechter von Aufklärung und Demokratie aus dem Umkreis der Universität mit vorsichtigen Reformern des alten kurfürstlichen Regimes und orthodox-konservativen Kräften zusammen. In der Mainzer Republik von 1792/93 wurde dann zum ersten Mal in Deutschland der Versuch unternommen, eine demokratische Ordnung zu konstituieren.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 16.03.2006
Sehr erfreut zeigt sich Benedikt Erenz über diese "Biografie einer großen Stunde", die der Stuttgarter Historiker Jörg Schweigard dem "ersten demokratischen Experiment auf deutschem Boden" gewidmet hat: Der Mainzer Republik, die nach dem Einrücken der französischen Revolutionsheere 1792 ausgerufen wurde. Allerdings haben die Mainzer Demokraten nur ein Dreivierteljahr durchhalten können, bis sie von den zurückkehrenden Fürstenheeren geschlagen wurden. "Sachlich-gut geschrieben", historisch präzise und durchaus spannend habe Schweigard diese weitgehend unbekannte Episode deutscher Demokratiegeschichte eingefangen und dabei geschickt den historisch-politischen Stoff mit Porträts der Protagonisten verbunden, lobt Erenz.
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