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Franz Schuh
Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche
Klappentext
"Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" besteht aus einem bunten Gemisch von Selbstgesprächen, Erzählungen, Notaten und dokumentarischen Skizzen, von echten und fingierten Bekenntnissen, von phantasierten Visionen und skurrilen bis rührenden Reflexionen über Liebe, Glück und Sinnlosigkeit.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.06.2006
Eva Menasse lobt ihren österreichischen Kollegen Franz Schuh über den grünen Klee und preist ihn als Universalgelehrten geradezu mittelalterlichen Zuschnitts. Der Band vereint inhaltlich und formal die verschiedensten Texte, mischt munter Textgattungen und Themen, was den Autor zu einem veritablen Nachfolger der österreichischen Kaffeehaus-Literaten der Jahrhundertwende mache, wie die Rezensentin schwärmt. Den Text "Das Beisl am Eck" dient der Rezensentin als Beispiel für die Eigenheit des Autors, höheren Unsinn mit höchst artifizieller Sprache zu verknüpfen, wobei sie insbesondere von der wienerischen Atmosphäre, die in dem Text evoziert wird, entzückt ist. Menasse ist davon überzeugt, dass der Autor, dem bisher nur eine kleine, wenngleich umso begeistertere Leserschaft anhing, sich mit seinen nicht auf ein Thema festzulegenden Büchern bewusst einem breiteren Markt verweigert. Ihrer Meinung nach helfen gegen die wachsende Leserschaft aber keine kleineren Texte mehr, sondern nur ein "wahres" Hauptwerk, das sie in dieser Besprechung auch deutlich einfordert.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.05.2006
Jürgen Busche ist geteilter Meinung über diesen Band von Franz Schuh. Nicht nur dass er uns nicht genau zu sagen vermag, mit welcher Textsorte wir es zu tun haben ("kürzere Texte", "Kabarettstücke"), das Buch scheint auch sein Urteilsvermögen enorm herauszufordern. Bei aller Unentschiedenheit des Rezensenten, soviel verstehen wir: Es handelt sich um Texte eines Österreichers. Bei Busche ruft das alle möglichen Assoziationen hervor: Karl Kraus, Friedrich Torberg, Helmut Qualtinger, der exklusive Club der eingeweihten Leserschaft, das Schwanken zwischen Kritik und Genießertum, die aberwitzige Beharrlichkeit gegenüber einem Sujet, das endlose Umherschweifen ohne etwas zu sagen. Ob als Kabinettstück der Kategorie "schmutzige Wäsche" oder als philosophischer Versuch - das geht dem Rezensenten durchaus nicht immer runter wie Öl. Sein Rat, diese Texte besser stückchenweise zu sich zu nehmen und seine Freude, wenn der Autor dann doch einmal auf den Punkt kommt, sind dahin gehend zu verstehen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.03.2006
In seinem nach Ansicht des Rezensenten mit einem irreführenden Titel versehenen Prosaband "Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" erweist sich Franz Schuh für Franz Haas als Dichter. Den Titel habe er sich mit seiner "hintersinnigen Klarheit", "kurzweiligen Nachdenklichkeit", "Formulierungskunst" und "Akrobatik des Denkens" sowie seiner Befähigung zu "tänzelnder Komik" wie zum "würgenden Ernst" redlich verdient. "Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" versammelt ganz kurze und etwas längere Prosa, von Kindheitserinnerungen und Beschwörungen des "ruppigen" Vaters, der Polizist und Ringer war in Wien, bis hin zu "hinreißenden philosophischen Slapsticks" und genauen Alltagsbeschreibungen aus dem Straßenleben und den Cafes der Welt zwischen Linz und Palermo. Den Kollegen gegenüber wahre Schuh stets die Haltung. Er begegne ihnen mit Respekt, der allenfalls einmal ironisch gefärbt ist, wie im Falle des Sensibilisten Peter Handke. Franz Haas war, das kann man sagen, begeistert vom Dichter Schuh und seinen Texten.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.03.2006
Sturzbegeistert schreibt Rezensent Robert Misik über den befreundeten Franz Schuh. Und zwar im Wortsinne. Schuhs jüngstes Buch findet zwar tatsächlich Erwähnung, als "Hauptwerk, das aus lauter Nebensachen besteht", als schwer zu beschreibendes, "so kluges wie amüsantes" Eklektikum aus sprachgenauen, "witzigen und aberwitzigen" Essays und Beobachtungen, das so manchen "Satz zum Niederknien" parat hält, doch die Hauptsache scheint für den Rezensenten Franz Schuh - als Mensch - zu sein. Man lese und staune, Schuhs Text zu rezensieren hat in Misiks Augen "fast etwas Unangemessenes". Unter anderem, weil Schuhs Texte - "eigentlich Hörstücke", wie der Rezensent findet - danach lechzen, vom Autor selbst vorgetragen zu werden. Aber auch, weil man eben dem Menschen nicht gerecht wird, wenn man lediglich über sein Erzeugnis schreibt (tja, das hat man davon, wenn man Freunde rezensiert).
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