Aus dem Hebräischen von Beate E. von Schwarzer. Mickey, der als junger Mann von einer Karriere als Künstler träumte, arbeitet inzwischen als Werbetexter. Seine Frau, eine Galeristin, hat sich über die Jahre sowohl mit ihrer ebenfalls gescheiterten Künstlerkarriere als auch mit Mickeys Untreue abgefunden. Ihrer Verbitterung hält Mickey eine eher amüsiert-ironische Haltung zum eigenen Lebensdesaster entgegen. Mickey nimmt die Identität eines berühmten Kunstfälschers an und versucht in einem italienischen Fischerdorf für einen Kunstliebhaber ein Gemälde zu kopieren und beginnt dabei eine wilde Affäre mit dessen Frau ...
In einer Doppelrezension bespricht Maik Söhler diesen Roman und einen anderen - Joshua Sobols "Whiskey ist auch in Ordnung" -, und zwar aus dem guten Grund, dass sie einander ähneln wie ein (leider faules) Ei dem anderen. Es geht bei diesem "Probelauf" um einen Werbetexter, aus dem zu seinem Bedauern kein Künstler wurde. So wird er, um die Sache zu komplizieren: als ein anderer, um die Sache noch mehr zu komplizieren: vielleicht nur in seiner Fantasie, zum Kunstfälscher. Spiegel sind im Spiel, Identitätswechsel, Raffinesse aber ist es, wie Söhler bedauert, keineswegs. Es gibt Sex und Alkohol, alles aber bleibt "sprachlich konventionell". Immerhin sei dieser Roman noch besser als der seines Sparringspartners in dieser Rezension, da Benny Barbasch "wenigstens hier und da mal einen Gedanken zu Ende" führe.
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