Volker Schubert

Pädagogik als vergleichende Kulturwissenschaft

Erziehung und Bildung in Japan
Cover: Pädagogik als vergleichende Kulturwissenschaft
VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005
ISBN 9783531148243
Broschiert, 182 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Die viel beschworene Chance, das Eigene durch die Auseinandersetzung mit Fremdem neu sehen zu lernen, ist in der neueren Erziehungswissenschaft noch kaum genutzt worden. Der vorliegende Band stellt eine Vergleichende Pädagogik vor, die sich nicht auf Schulleistungsvergleiche beschränkt, sondern systematisch an der Erweiterung des pädagogischen Diskurshorizonts arbeitet. Verdeutlicht werden die Möglichkeiten einer solchen als vergleichende Kulturwissenschaft verstandenen Pädagogik an einer Reihe von Untersuchungen zu Erziehungs- und Bildungsverhältnissen in Japan, die sich um die Themenbereiche pädagogische Arrangements, Lernkultur und das Verhältnis von Individuum und Gruppe zentrieren. Deutlich wird dabei u.a., dass Disziplin und Spontaneität keineswegs unvereinbar sind, dass Leistungsorientierung und soziales Lernen zusammengehören können.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2006

Recht aufschlussreich findet Steffen Gnam diese Studie über Erziehung und Bildung in Japan, die Volker Schubert vorgelegt hat. Ausführlich rekapituliert er die Ergebnisse von Schuberts Arbeit. Dabei betont er den Aspekt der Inszenierung von Kindheit und Jugend in den Schulen Japans sowie die ausgefeilte Gruppenpädagogik bei der Konformitätssicherung, die sich etwa im Senioritätsprinzip oder in der typisch japanischen Gruppendynamik der Innen- und Außenbeziehungen bemerkbar macht. Schubert stelle gängige Dichotomien von West und Ost wie Moderne und Tradition, Individualismus und Gruppenorientierung als einander, hier wie dort, durchdringende und nicht ausschließende Konzepte in Frage. Er entlarve ethnozentrische Standpunkte sowohl in den "Japaner-Theorien", die Japans Einzigartigkeit betonen, als auch in der modernisierungstheoretischen westlichen Sicht. Auch wenn östliche und westliche Lernkulturen voneinander lernen könnten, warne Schubert vor der Nivellierung westlicher und östlicher Bildsamkeit im Sinne eines "Weltmodells Schule", denn dies verkenne die Kontexte erzieherischer Praktiken und Diskurse.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Florian Illies. Träume aus Feuer - Der Alchemist von der Pfaueninsel. Bastei Lübbe Verlag, 2026.Florian Illies: Träume aus Feuer
Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…