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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Lidia Jorge

Milene

Roman

Cover: Milene

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN-10 3518416839
ISBN-13 9783518416839
Gebunden, 543 Seiten, 24,80 EUR

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Klappentext

Aus dem Portugiesischen von Karin von Schweder-Schreiner. Von ihren großspurigen Verwandten wird Milene, die als Waise bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist, als kindisch zurückgeblieben abgetan, und als sie nach dem Verschwinden und unwürdigen Tod der Großmutter nicht zurückfindet in ihre Welt, flüchtet sie sich zu der dunkelhäutigen und vielköpfigen Einwandererfamilie von den Kapverden, auf die sie bei der Suche nach ihrer Großmutter gestoßen war. Die Fremden nehmen Milene verwundert und liebevoll auf in ihre Welt. Als sie eine Liebesbeziehung mit Antonino, einem Sohn der schwarzen Matriarchin, eingeht und von einer Heirat nicht abzuhalten ist, zeigt sich Milenes bürgerliche Verwandtschaft in aller kalten Durchsetzungsfähigkeit. Aber es ist, als prallten die Pläne, in denen Milene nichts als ein Entsorgungsfall ist, an ihrer Unbekümmertheit, an ihrer so berührenden Direktheit ab.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2006

Großen Eindruck hat Lidia Jorges? Roman "Milene" auf Florian Borchmeyer gemacht. Im Mittelpunkt des Romans sieht er das Schicksal der als Kind traumatisierten und als geistig minderbemittelt abgestempelten Milene, die ziel- und berufslos durchs Leben wandelt und nach dem Tod ihrer fürsorglichen Großmutter mit einem Mal der Geldgier, den politischen Klüngeln und Eitelkeiten der Erbengemeinschaft ausgesetzt ist. Dass es der portugiesischen Schriftstellerin gelingt, beim Leser durch die "unaufgeregte Langsamkeit des Erzählens" einen Schwindel zu erregen, führt er nicht nur auf die Abgründe der von ihr porträtierten portugiesischen Gesellschaft zurück, sondern auch auf eine Sprache, "die stetig unter den Händen der Autorin zu entfliehen droht". Ein Kampf um das Wort, der sich für Borchmeyer in der "sprechlosen Einsamkeit" der Romanheldin widerspiegelt.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2006

Ein Juwel ist dieser Roman von Lidia Jorge, schreibt Uwe Stolzmann. Portugal im gesellschaftlichen Wandel wird geschildert, eine junge Frau zwischen den sozialen Fronten, zwischen altem Konservenfabrikgroßbürgertum und Einwanderern aus Afrika. Jorge erweist sich dabei als "herausragende Erzählerin", wie Stolzmann befindet, und der Rezensent legt nach: ein "vielschichtiges Werk" sei "Milene", geschrieben "mit psychologischem Feingefühl". Erkundet werden mit den Mitteln solcher Meisterschaft "die Rätsel von Herkunft und Identität". Besonders beeindruckt zeigt Stolzmann sich davon, wie Jorge es schafft, zugleich einen naturalistischen Anschein aufrecht zu erhalten und dabei in jedem Detail höchst symbolisch zu verfahren. Das, so der Schluss des Rezensenten, ist darauf zurückzuführen, dass die Autorin die Kunst beherrscht, "Sprache zu veredeln und komplexe Universen zu schaffen".

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11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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