Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Griechischer Logos und christlicher Glauben (Pistis) - in ihrer Opposition und auch vielfachen Durchdringung - sind Träger der europäischen Kulturgeschichte und formieren sie bis in die Gegenwart. Dabei artikuliert die europäische Kultur von ihren Anfängen an auch eine kritische Begleitstimme zu den kulturellen Leitkodierungen, die sich vor allem im Medium der Literatur äußert. Die Literatur hat Anteil an den epochalen Leitkodierungen und unterminiert sie zugleich. Das gilt für das griechische Drama sowohl wie auch für die große Darstellung der mittelalterlichen Metaphysik durch Dante wie auch die großen literarischen Texte der Neuzeit. Viettas bahnbrechende Einführung konzentriert sich auf die Formierungsphasen der europäischen Kulturgeschichte: Das ist die Formierung der Logos-Kodierung und der mit ihr einhergehenden Entmythisierung in der episteme der griechischen Antike und deren kritischer Brechung im antiken Drama. Es ist die Formierung der christlichen Pistis und der aus ihr entlassenen Kultursysteme. Und es ist die Formierung der Neuzeit durch Prozesse der Säkularisation und der Selbstbegründung eines autonomen wissenschaftlichen Denkens und der philosophischen und literarischen Subjektivität, des Machtdiskurses der Aufklärung und der Entwicklung einer genuin europäischen, aber heute weltweiten sziento-technologischen Kultur. Das Buch unternimmt es erstmalig, einen Gesamtaufriss der europäischen Kulturgeschichte einschließlich ihrer globalen Folgelasten in ihren Hauptlinien vorzuführen. Denn global gesehen hat die europäische Logos-Kodierung mit ihrer Entmythisierung heute eine weit über Europa hinausgehende sziento-technologische und ökonomischen Weltkultur geschaffen, die ihrerseits das europäische Erbe aufgenommen hat, aber eigenständig weiterentwickelt. Im Gegensatz zu anderen Weltkulturen formieren sowohl Logos- wie Pistis-Kodierung einen dualistischen Weltentwurf, der durch die Abwertung der Sinne, der Sinnlichkeit und der Materie gegenüber dem Geist, der Seele, bzw. dem abstrakten Begriff gekennzeichnet ist. Diese Kernformation der europäischen Metaphysik geht auch in die moderne sziento-technologische Kultur ein, die sie ihrerseits und mit ihren Mitteln fortsetzt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2006
Stark beeindruckt ist der Rezensent Jochen Hörisch von dieser umfassenden Kulturgeschichte, die - zu seinem Erstaunen - aus einer Vorlesung hervorgegangen ist. Der Lesbarkeit des Bandes komme die didaktische Aufbereitung dabei sehr zugute, ohne dass je das Niveau darunter zu leiden hätte. Wenig lässt der Autor aus, lobt Hörisch, er spanne niemals brechende oder überzogene Bögen von der griechischen Dramatik bis zum Cyberspace. Strukturiert ist die, so Hörisch, in der Nähe zu systemtheoretischer Diktion erzählte Geschichte nach drei Grund-Codierungen: griechischer Logos, christlicher Glaube und die Moderne, die Subjekt, Ästhetik, Wissenschaft und Politik in neuartige Verbindung bringt. Als Sternstunden Europas arbeitet Vietta dabei jene Phasen heraus, in denen es nicht zu totalitären Zusammenschlüssen der Kulturbereiche oder Unterordnung unter Glauben oder Politik kam - in denen also jeder Bereich die Freiheit hatte, seiner Eigenlogik zu folgen.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







