Nirgendwo in Europa wurde in den letzten 15 Jahren so viel gebaut, nirgendwo mussten so tiefe Wunden geschlossen werden. Heute ist Berlin weltweit das Beispiel für die Verbindung moderner Architektur mit den Rahmenbedingungen einer traditionellen Stadtentwicklung. Der langjährige Senatsbaudirektor Hans Stimmann erläutert in diesem Buch die städtebauliche Programmatik und stellt die Entwicklung dar, die zum neuen Bild der Stadt führte. Der Berliner Architekturkritiker Martin Kieren kommentiert den Stand der Architektur dieser Stadt. Fotos des seit 1988 in Berlin lebenden Erik-Jan Ouwerkerk begleiten und illustrieren Stimmanns und Kierens Auseinandersetzung mit dem neuen Berlin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.12.2005
Der Berliner Senatsbaudirektor Hans Stimmann legt mit "Die Architektur des neuen Berlin" ein "Brevier seiner Absichten und Herkünfte, seiner Intentionen und Motive" vor, und diese findet Gerwin Zohlen allesamt durchaus sinnvoll und ehrenhaft. Stimmann stand nach der Wende schier nicht zu bewältigenden Problemen gegenüber, stießen da doch zwei "unterschiedlicher kaum vorstellbare" Teilstädte aufeinander. Doch Stimmann blieb dem von Josef Paul Kleihues mit der Westberliner Internationalen Bauausstellung 1984/87 eingeschlagenen Weg treu: Er wollte die funktionale Fragmentierung des städtischen Raumes, wie sie 1933 in der "Charta von Athen" festgelegt worden war, rückgängig machen, wollte die "integrierte, die urbane Stadt" an die Stelle einer Aufspaltung in die Bereiche Wohnen, Arbeit und Verkehr setzen. Der Rezensent spricht eine Warnung aus an all diejenigen, die nach Stimmanns anstehender Pensionierung eine Trendwende auslösen wollen: das führe nicht in die Zukunft. Abschließend lobt Zohlen noch Stimmanns "Mut" und "breite Gedankenschultern".
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