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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Wolfgang Kubin

Geschichte der chinesischen Literatur in 9 Bänden

Band 7: Chinesische Literatur im 20. Jahrhundert

Cover: Geschichte der chinesischen Literatur in 9 Bänden

K. G. Saur Verlag, München 2005
ISBN-10 3598245475
ISBN-13 9783598245473
Gebunden, 483 Seiten, 148,00 EUR

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Klappentext

Die Geschichte der chinesischen Literatur, die bislang umfassendste Darstellung der etwa 3.000-jährigen chinesischen Literaturgeschichte, stellt jedes literarische Genre in seiner historischen Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart vor. Namhafte Fachgelehrte entwerfen ein Panorama der längsten lebendigen literarischen Tradition der Menschheit. Sieben Bände widmen sich einzelnen Gattungen - eine Bibliografie zur chinesischen Literatur in deutscher Sprache, ein biographisches Handbuch chinesischer Schriftsteller und ein Registerband schließen das Werk ab.
Die chinesische Literatur kann im 20. Jahrhundert dank der Wandlung Chinas zum Nationalstaat die Isolation überwinden und in den Dialog mit der Weltliteratur eintreten. Keine andere Epoche ist deshalb so gut dokumentiert, wissenschaftlich aufgearbeitet und durch Übersetzungen erschlossen. Dabei lassen sich mehrere deutlich ausgeprägte Phasen unterscheiden: Am Anfang steht die Orientierung an der westlichen Moderne, wodurch sich in den dreißiger Jahren eine eigenständige, innovative Literatur entfalten kann. Diese Entwicklung endet mit der Proklamation der Volksrepublik China. Bis zum Ende der Kulturrevolution liegt die Literatur im engen Korsett des "sozialistischen Realismus". Erst in den achtziger Jahren breiten sich langsam wieder neue Tendenzen aus. Gegen Ende des Jahrhunderts bestimmt die Hinwendung zur Marktwirtschaft auch das literarische Leben.
Die teilweise unterschiedlich verlaufenden Entwicklungen der chinesischen Literatur auf Taiwan, in Hongkong und Macau werden in diesem Band ebenfalls eingehend dokumentiert. Ein umfassendes Literaturverzeichnis regt zur vertiefenden Lektüre an, der ausführliche Index erleichtert die Suche nach Autoren und Werken.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2006

Dies ist, da lässt der Rezensent L.L. in seiner Notiz nicht den geringsten Zweifel, ein würdiger Beitrag zur insgesamt hervorragenden siebenbändigen "Geschichte der chinesischen Literatur".  Autor Wolfgang Kubin halte sich in der Einteilung des 20. Jahrhunderts an die gängigen Zäsuren (markiert durch die Jahre 1911 und 1949), erweise sich in seiner Darstellung aber nicht nur als überaus gründlich und gelehrt, sondern - und das hebt der Rezensent sehr deutlich hervor - als so scharfsichtig wie gelegentlich unbarmherzig im literarischen Urteil. So treffe den Literaturnobelpreisträger Gao Xingjian ein einigermaßen vernichtendes Verdikt. Auch an den persönlichen Einlassungen des Autors zu seinem angesichts der quantitativen Fülle der chinesischen Literatur wenig beachteten Fach findet der Rezensent Gefallen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2005

Als "Großtat" würdigt Rezensentin Susanne Weigelin-Schwiedrzik die "Geschichte der chinesischen Literatur" des Sinologen Wolfgang Kubin, von der nun der siebte Band über das 20. Jahrhundert vorliegt. Wie sie berichtet, verbindet Kubin Literaturgeschichte mit Literaturkritik und misst die chinesischen Literatur des 20. Jahrhunderts an der vormodernen chinesischen Literatur und am Kriterium der Weltliteratur. Er beklage, dass sich chinesischen Literatur nach einer sprachlichen und formalen Neukonstituierung am Anfang des Jahrhunderts sehr stark von europäischen Vorstellungen prägen ließ. Insgesamt beurteile Kubin die gegenwärtige chinesische Literatur mit Ausnahme von Lu Xun und Bei Dao zurückhaltend bis kritisch. Weigelin-Schwiedrzik, einst Mitarbeiterin Kubins, schildert die schwierigen Arbeitsbedingungen bei diesem Thema, für das es nur geringes öffentliches Interesse besteht, und spricht über die institutionell bedingte Einsamkeit des Autors, den sie einen "Mönch am Schreibtisch" nennt. Sie verschweigt nicht, dass die einstige Euphorie des Autors einer gewissen Ernüchterung gewichen ist. Dennoch haben sie der "Mut" und das "Durchhaltevermögen" des gelehrten Sinologen, zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern die gesamte chinesische Literatur in dieser Ausführlichkeit dem deutschsprachigen Lesepublikum vorzustellen, sichtlich beeindruckt.

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