Mit 16 meist farbigen Fototafeln. Das Leben eines stets unterschätzten und eigenwilligen Außenseiters, der im schillernden und selbstverliebten Fußball-Millionengeschäft über zwanzig Jahre mutig und unbeirrt nach alternativen Wegen suchte und dabei eine Lebensphilosophie entwickelte, die ihn nicht nur zum Weltmeister und Bundestrainer machte, sondern auch zu einem der sympathischsten und populärsten Sportgrößen, ob in Deutschland, England, Italien oder in den USA. Früher als "Diver" und "Galopper des Jahres" verspottet, hängen inzwischen alle Hoffnungen Fußball-Deutschlands an dem sympathischen Schwaben. Doch Jürgen Klinsmann ist nicht nur der nette und umschwärmte Kerl von nebenan. Das Buch zeigt auch die anderen Seiten, jene vom harten Verhandlungspartner, der mit seinen Beratern auch die ausgebufftesten Manager wie Uli Hoeneß oder Gerhard Mayer-Vorfelder zur Verzweiflung treibt. Und den Weltenbummler, der mit seinem unbändigen Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang in Stuttgart, Mailand, Monaco, London und München reüssierte und im Ausland mit vielbeachteten Auftritten oder karitativen Gesten in Südafrika, Iran oder Israel für Aufmerksamkeit sorgte.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 08.12.2005
Der FAZ-Journalist Michael Horeni ist ein "langjähriger Klinsmann-Beobachter" und keiner, befindet der Rezensent Moritz Müller-Wirth, dürfte dem "Stürmer, Trainer, Weltmeister" bisher - biografisch gesehen - näher gekommen sein als Horeni. Besonders die von Horeni preisgegebenen "unterhaltsamen Geschichten" und "beiläufigen Begebenheiten" sind es, an denen der Rezensent sich "festgelesen" hat, jene, die Klinsmann als "schwachen", "gebrochenen" und "zerbrechlichen" Menschen zeigen. Was nicht bedeuten soll, dass der Autor sich in die Tiefen der psychoanalytischen Charakterstudie begeben hätte. Vielmehr spinne er einen "behutsamen roten Faden" in seine Lebensdarstellung, und liefere stichhaltige Beweise für Klinsmanns "hochkomplexen Charakter", der die "Unabhängigkeit des Weltmannes" mit der "Bodenständigkeit des Bäckerlehrlings" vereine. Horenis Klinsmann-Biogafie, so das lobende Fazit des sich metaphorisch gebenden Rezensenten, überzeugt als "solides, wiewohl sprachlich sensibles Kurzpassspiel".
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