Der siebte Band der großen Werkausgabe versammelt sein Kompendium "Verdi ist der Mozart Wagners - ein Opernführer für Versierte und Versehrte" (welchem die Frankfurter Allgemeine ein "Fabelhaft" und Die Zeit die "Güteklasse A" attestierten), die beiden großen Musikaliensammlungen "Musikplaudertasche" (die Henscheids geballte Musikkolumnen aus Konkret enthält, mit denen Herausgeber Gremliza "die musikalischen Gesichtskreise einer sonst recht amusischen Klientel" erweitern wollte) und "Warum Frau Grimhild Alberich außerehelich Gunst gewährte" sowie 14 verstreut publizierte Opernkritiken, Essays, Glossen und Musikerporträts und zehn Erstveröffentlichungen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 08.12.2005
Ganz offensichtlich findet der Rezensent Dieter Hildebrandt großen Gefallen daran, wie es aus Eckhard Henscheids Feder zischt. Diese schmucke Ausgabe sämtlicher Musikkritiken Henscheids - in der Hildebrandt nebenbei bestätigt sieht, dass die Neue Frankfurter Schule ins Repräsentationsalter gekommen ist - nennt er schlichtweg "ein kleines Wunder" und weiter "das vielleicht auf- und anregendste Musikbuch seit Adornos nachgelassenem Beethoven". Große Stücke hält Hildebrandt auf Henscheids "unverwüstliches Temperament" und seine Fähigkeit, "ganz Ohr zu sein" in allen Belangen des Musikbetriebs, bis hin zu den "falschen Tönen der Musikkritik". Henscheid gehe etwa der argwöhnischen Eifersüchtelei zahlreicher Schriftsteller auf die ohne Worte auskommende Ausdruckskraft der Musik auf den Grund, und komme zu dem arglistigen Schluss, der Musik sei es nicht vergönnt, den Vergleich mit der Sprache anzustellen, geschweige denn irgendeinen Neid auf die Sprache zum Ausdruck bringen, wie Hildebrandt belustigt berichtet und Henscheids Ausführungen mit einer "Arie" zwischen "Sprachstolz und Musikleidenschaft" vergleicht. Der eigentliche Reiz des Bandes besteht für Hildebrandt allerdings darin, dass Henscheid auch vor meinungsfreudiger Polemik nicht zurückschreckt, und dass die meisten seiner Stücke "elektrisiert" sind von jenem "kaltblütigem Witz", der "hochgestimmten Provokationslust und Sprachekstase", die als sein funkelndes Markenzeichen gelten können. "Ein schönes, ein böses Buch."
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