Mit zahlreichen Illustrationen. Als das "Tierskizzenbüchlein" 1935 im S. Fischer Verlag erschien, schrieb Hermann Hesse: "Wir lieben diesen jungen unbekannten Dichter sofort und stoßen in seinem kleinen Buch immer wieder auf schöne Sachen, die wir keineswegs vorausahnen konnten und von denen uns doch scheint, als hätten wir sie gerade so erwartet. Es sind Kleinigkeiten, gewiss, es handelt sich um Ameisen, Eidechsen, Fledermäuse, um einen kleinen Hund, um Nachtfalter, die in der Sommernacht in unser Lampenlicht fliegen. Klein aber sind sie nur an Umfang. Jede dieser liebenswürdigen und hochbegabten Betrachtungen führt uns ins Große, ins Herz der Welt."
"Eine große Freude" bereitet es Christoph Schröder, was ihm der Heinrich & Hahn-Verlag da zum Jahresende beschert hat. Hellmut von Cubes Tierskizzenbüchlein, auf Anregung von Hermann Hesse 1935 das erste Mal erschienen, sei voller "Kunststückchen", die jeweils nicht länger als ein paar seiten sind. Bei Cube habe alles seine alte Ordnung, jedes Tier seinen Platz im Universum, "ohne im Geringsten reaktionär" zu wirken, schwärmt Schröder. Die einzelnen Beschreibungen würden aus einer kindlichen Weltsicht" heraus erzählt, ohne aber "dümmlich" zu erscheinen. Die "außergewöhnliche, eigenwillige" Sprache trägt nicht zuletzt dazu bei, dass das Buch dem Rezensenten sichtlich ans Herz geht. Und weil Cube in seiner Schilderung einer "beseelten Natur" immer wieder auf den Menschen Bezug nimmt, sei das Bändchen "immer wieder überraschend".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.12.2005
Ganz entzückt ist Silke Hohmann von dieser "charmant gestalteten" Neuausgabe des erstmals 1935 erschienen "Tierskizzenbüchleins" von Hellmut von Cube. Der Ton des Büchleins erscheint ihr zwar ein wenig "betulich" und seine Moral "überaus hehr". Nichtsdestoweniger findet sie die 30 Miniaturen aus der Tierwelt sehr pointiert. Cube gehe es darum, dem Getier eine Seite abzugewinnen, die auch dem Menschen seine Unzulänglichkeit aufzeige. "Jede dieser liebenswürdigen und hochbegabten Betrachtungen führt uns ins Große, ins Herz der Welt", zitiert sie eine zeitgenössische Einschätzung Hermann Hesses, der sie nicht widersprechen mag. Besonders gefallen hat ihr die liebevolle Gestaltung des mit Illustrationen aus der "Naturgeschichte der Insekten" von 1791 versehenen Bandes. Ihr Resümee: ein "Liebhaberbuch".
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