Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paolo Virno

Grammatik der Multitude

Untersuchungen zu gegenwärtigen Lebensformen

Cover: Grammatik der Multitude

ID Verlag, Berlin 2005
ISBN-10 3894080922
ISBN-13 9783894080921
Unbekannt, 144 Seiten, 16,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Italienischen von Thomas Atzert. Mit einem Nachwort von Jost Müller. Ausgangspunkt Paolo Virnos ist die These, dass der Begriff der "Multitude", im Gegensatz zum derzeit etablierten Begriff "Volk", heute ein unverzichtbares Werkzeug darstellt, um über Politik, Öffentlichkeit und gesellschaftliche Veränderungen nachzudenken. Im Anschluss an die Theorien Toni Negris und Michael Hardts wirft Virno die Frage auf, warum der Begriff "Volk" sich durchsetzen konnte und der Begriff "Multitude" verschwand, als es in der frühen Neuzeit darum ging, die sich konstituierenden Staaten als Nationen zu begründen. Heute, in der Krise des Nationalstaats wäre es nach Virno an der Zeit, den Begriff "Multitude" neu zu entdecken und so einen Horizont für mögliche gesellschaftliche Veränderung zu eröffnen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.11.2005

Erhellend findet Robert Misik diese Studie Paolo Virnos, der den von Michael Hardt und Antonio Negri etablierten, aber notorisch unklar gebliebenen Begriff der Multitude weiterdenkt. Der Ansatz des italienischen Sozialphilosophen, diesen Begriff vom Begriff des Volkes abzugrenzen, leuchtet ihm ein. Er hebt hervor, dass der Autor Heidegger gegen den Strich lesend die Multitude als eine "ambivalente Seinsweise" interpretiert. Danach stellt sich die Multitude nicht als revolutionäres Subjekt dar, sondern als eine heute prägende Existenzform, für die Wissen, Kommunikation, virtuoses gemeinsames Handeln und Kreativität zentral sind und die gesellschaftlichen Revolten keineswegs abgeneigt ist. Misik begrüßt, dass Virno, im Unterschied zu Hardt und Negri Romantizismen vermeidet. Die Seinsweise der Multitude produziere für Virno Rebellionen, unterschiedlichste Ausbruchsversuche, die Sehnsucht, ganz bei sich selbst zu sein, ebenso wie "Opportunismus, Zynismus, soziale Angepasstheit, unermüdliche Selbstverleugnung, heitere Resignation" (Virno). Kritisieren ließe sich an dem Buch die "tief schürfende Heideggerei" und eine "gewisse Formlosigkeit". Dies fällt für Misik allerdings nicht zu schwer ins Gewicht, zumal er darin den "anregenden Versuch" sieht, "unsere Zeit zu verstehen".

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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