Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Italienischen von Thomas Atzert. Mit einem Nachwort von Jost Müller. Ausgangspunkt Paolo Virnos ist die These, dass der Begriff der "Multitude", im Gegensatz zum derzeit etablierten Begriff "Volk", heute ein unverzichtbares Werkzeug darstellt, um über Politik, Öffentlichkeit und gesellschaftliche Veränderungen nachzudenken. Im Anschluss an die Theorien Toni Negris und Michael Hardts wirft Virno die Frage auf, warum der Begriff "Volk" sich durchsetzen konnte und der Begriff "Multitude" verschwand, als es in der frühen Neuzeit darum ging, die sich konstituierenden Staaten als Nationen zu begründen. Heute, in der Krise des Nationalstaats wäre es nach Virno an der Zeit, den Begriff "Multitude" neu zu entdecken und so einen Horizont für mögliche gesellschaftliche Veränderung zu eröffnen.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.11.2005
Erhellend findet Robert Misik diese Studie Paolo Virnos, der den von Michael Hardt und Antonio Negri etablierten, aber notorisch unklar gebliebenen Begriff der Multitude weiterdenkt. Der Ansatz des italienischen Sozialphilosophen, diesen Begriff vom Begriff des Volkes abzugrenzen, leuchtet ihm ein. Er hebt hervor, dass der Autor Heidegger gegen den Strich lesend die Multitude als eine "ambivalente Seinsweise" interpretiert. Danach stellt sich die Multitude nicht als revolutionäres Subjekt dar, sondern als eine heute prägende Existenzform, für die Wissen, Kommunikation, virtuoses gemeinsames Handeln und Kreativität zentral sind und die gesellschaftlichen Revolten keineswegs abgeneigt ist. Misik begrüßt, dass Virno, im Unterschied zu Hardt und Negri Romantizismen vermeidet. Die Seinsweise der Multitude produziere für Virno Rebellionen, unterschiedlichste Ausbruchsversuche, die Sehnsucht, ganz bei sich selbst zu sein, ebenso wie "Opportunismus, Zynismus, soziale Angepasstheit, unermüdliche Selbstverleugnung, heitere Resignation" (Virno). Kritisieren ließe sich an dem Buch die "tief schürfende Heideggerei" und eine "gewisse Formlosigkeit". Dies fällt für Misik allerdings nicht zu schwer ins Gewicht, zumal er darin den "anregenden Versuch" sieht, "unsere Zeit zu verstehen".
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Uangenehm plausibel
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