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Frank Zöllner
Botticelli
Klappentext
Mit 240 Farbabbildungen. Sandro Botticelli, die Intelligenz der Malerei. Sandro Botticelli gehört zu den herausragenden Künstlern der Renaissance. Er gilt als Erfinder der mythologischen Gemälde, schuf den ersten lebensgroßen Akt in der neuzeitlichen Malerei, porträtierte die wichtigsten Repräsentanten seiner Vaterstadt Florenz und war Zeuge des religiösen Fanatismus seiner Zeit, mit dem er sich in seinen Bildern produktiv auseinandersetzte. Mit Gemälden wie der "Primavera" und der "Ankunft der Venus" hat er unsere Vorstellung von der Kunst der Renaissance entscheidend geprägt. Das Buch, das den bislang ausführlichsten Katalog der Gemälde Botticellis enthält, handelt alle Aspekte seines künstlerischen Schaffens unter neuesten methodischen Gesichtspunkten ab.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2006
Ein Vierteljahrhundert hat die Restaurierung der Florentiner Botticelli-Bilder in Anspruch genommen, und die Entfernung der Schmutzschichten hat den Gemälden eine solch neue, alte "Klarheit, Pracht und Leuchtkraft" zurückgeben, schreibt Edouard Beaukamp, dass sie tatsächlich neu betrachtet werden müssen. In seiner monumentalen Monografie hat Frank Zöllner dies getan, und der Rezensent ist beeindruckt. Zöllners Arbeit ist für passionierte Liebhaber wie Kenner und Gelehrte angelegt. Im ersten Teil zeichnet sie sie Botticellis Werdegang nach, von seinem Frühwerk, seinen Porträts und Wandmalereien in der Sixtinischen Kapelle über die Moritaten und Monumentalgemälde bis zu seinem unruhigen Alterswerk. Der zweite Teil ist der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Werk nach neuen Erkenntnissen gewidmet. Wohlwollend bemerkt Beaucamp, dass Zöllner auf "intellektuelle Akrobatik" verzichte, denn "allzu viel Tiefsinn" versperre eher den Blick auf die Bilder, als ihn zu erschließen. "Die klar gebauten, groß gedachten, fast aufklärerischen Kompositionen verwandeln sich in tüftelige Rätselbilder." Sanfte Kritik übt Beaucamp an den Reproduktionen, die nicht immer "höchsten Ansprüchen" genüge. Trotzdem, versichert er, wirke die "Schönheitsdroge" Botticelli sofort.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.11.2005
Sehr angetan äußert sich Martin Warnke über die Botticelli-Biografie des Leipziger Kunstgeschichtlers Frank Zöllner - die erste deutsche Gesamtmonografie seit 1928, behauptet er. Zöllners Biografie ist solide, stichhaltig, argumentativ, meint Warnke, und sie kontextualisiert den Künstler in dem Maße, wie es nötig ist, um dessen Bildnisse heute entschlüsseln zu können. Dafür muss man, wie Warnke anmerkt, biblische, mythologische und humanistische Texte kennen. Zöllner kennt sie und kann auf diese Weise viele Bildnisse entschlüsseln, deren Funktionswert - ganz entgegen ihrem heutigen Kunstwert - teilweise ausgesprochen profan war, wie Warnke meint. Es waren Hochzeitsbilder, Auftragsarbeiten, oder sie hingen im Schlafzimmer eines Medici. So löblich der Inhalt des Buches, so wenig gefällt Warnke seine Aufmachung: pompös und viel zu teuer. Ein Buch, "das sich nicht an Leser richtet", kritisiert er nicht den Autor, sondern den Verlag, der ein "platzraubendes Präsentationsobjekt" geschaffen habe, das nur "für die Knie eines Giganten" geeignet sei.
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