Hülya Kandemir

Himmelstochter

Mein Weg vom Popstar zu Allah
Cover: Himmelstochter
Pendo Verlag, Zürich 2005
ISBN 9783866120600
Gebunden, 350 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aufgewachsen in einer türkischen Immigrantenfamilie in der Oberpfalz, zeigt sich schon früh Hülyas Talent als Sängerin. Um ihren Traum zu verwirklichen, bricht sie sogar vorzeitig die Schule ab. Schnell hat sie Erfolg mit gefühlvollen Songs voller Intensität, die sich aus Erfahrungen in ihrem Leben in Deutschland ebenso speisen wie aus der Musik ihrer türkischen Heimat. Doch sie ist getrieben von einer inneren Sehnsucht und beginnt, sich ausgiebig mit den verschiedenen Religionen zu befassen. Und eines Tages macht Hülya den entscheidenden Schritt: Sie wendet sich vom Showgeschäft ab hin zum Islam, der für sie die Religion der Liebe und Toleranz ist. Fortan trägt sie ein Kopftuch und lebt als praktizierende Muslimin. Für sie ist der Weg zum Glauben ein Weg in die Freiheit und zu innerem Frieden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.12.2005

Durchaus aufschlussreich findet Rezensentin Edith Kresta dieses Buch von Hülya Kandemir über ihren "Weg vom Popstar zu Allah". Die aus einer türkischen Gastarbeiterfamilie stammende Autorin berichte darin von ihrer Abkehr vom liberalen, freizügigen Lebensstil und ihrer Hinwendung zu Gott. Kresta betrachtet die Schilderungen Kandemirs durchaus kritisch. Sie hält der Autorin etwa vor, eine naiv-kindliche Gläubigkeit zur Schau zu stellen und sich ihre Familiengeschichte schönzureden. Von der literarischen Qualität des Buchs ist sie keineswegs überzeugt. Dennoch hält sie das Buch für lesenwert, zeige es doch beispielhaft, "warum gerade in der zweiten und dritten Generation von Einwanderern hierzulande oft eine kompromisslose Rückbesinnung auf die Tradition der Herkunftsgesellschaft stattfindet".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.11.2005

Alexander Jürgs findet den reißerischen Untertitel des Buches, der Hülya Kandemirs "Weg vom Popstar zu Allah" verspricht, zwar "irreführend", die Lebensbeschreibung der 1975 in Deutschland geborenen türkischen Autorin aber dennoch "spannend und häufig rührend". Denn Kandemir war weniger "Popstar", als eine erfolgreiche Folksängerin, die immer schon religiös war, auch bevor sie ihre Musik-Karriere freiwillig beendete, stellt der Rezensent klar. Der Autorin gehe es in ihrem Buch darum, den Islam in einem "gerechteren" Licht zu zeigen und mit dem Vorurteil aufzuräumen, der Islam sei per se "fanatisch-konservativ", erklärt Jürgs, und er findet, dass Kandemir dafür "gute Argumente" zu bieten hat. Wenn sie sich beispielsweise für die Frauenrechte einsetzt, argumentiert sie mit Stellen aus dem Koran, der Zwangsehe genauso wenig gutheißt wie er die Scheidung oder Verhütungsmittel verbietet, so der Rezensent beeindruckt.

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