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Klappentext
Aus dem Spanischen von Svenja Becker, Astrid Böhringer, Christian Hansen, Ulli Langenbrinck, Hildegard Moral, Dagmar Ploetz und Ingeborg Schmutte. Im Jahr 1948 beginnt der junge, noch unbekannte Gabriel Garcia Marquez regelmäßig journalistisch zu arbeiten. Er schreibt für Zeitungen in Cartagena und Barranquilla. Diese frühen Texte zeigen schon die Fähigkeiten des späteren großen Reporters und die stilistische Treffsicherheit des bedeutenden Schriftstellers. Bis zum April 1948 studiert Gabriel Garcia Marquez in Bogota Jura, mit wenig Erfolg und Begeisterung. Die blutigen Unruhen nach der Ermordung des liberalen Präsidentschaftskandidaten sind für ihn Anlass, an die Atlantikküste nach Cartagena zurückzukehren; dort leben seine Eltern, die er finanziell unterstützen muss. Er arbeitet für die Zeitung El Universal, nach einigen Monaten dann in Barranquilla hauptsächlich für El Heraldo. In Barranquilla, wo er schnell Zugang zu den intellektuellen Kreisen der Stadt findet, lebt er unter armseligen Bedingungen und ohne feste Bleibe. Er hungert, schläft in der Redaktion oder in Bordellen, wie man aus seinen Memoiren weiß. Als Redakteur lernt er sein Handwerk, schreibt täglich - Glossen, Artikel nach Agenturmeldungen und zu lokalen Ereignissen. Er schreibt aber auch über literarische Neuerscheinungen, Musik und Filme sowie stimmungsvolle Texte, die Wegweiser nach Macondo sind.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2005
880 Seiten journalistische Arbeiten in nur vier Jahren belegen für den Rezensenten, dass Gabriel Garcia Marquez "auch als Journalist ein Berserker" war. Mit Anfang zwanzig habe er in den kolumbianischen Hafenstädten Cartagena und Barranquilla für Lokalblätter insbesondere Kolumnen geschrieben, nachdem er in Bogota ein Studium abgebrochen hatte. Seinen ersten "poetischen" Text über die Sperrstunde betrachtet Rezensent Franz Haas als "fulminanten" Start einer nur in Superlativen beschreibbaren journalistischen Karriere. "Poetischer Witz, verblüffendes Wissen und gerissene Phantasie" seien die Kennzeichen eines entsprechend überheblich daherkommende Junggenies. Aus heutiger Sicht interessant, so Haas, seien besonders Artikel über die damalige Weltliteratur oder auch "literarischen Fingerübungen", die der junge Marquez "massenweise" produziert habe. Und wenn ihm die "Luft ausgegangen" sei, habe er eben "Stilübungen über nichts und die Welt" verfasst, die er aus gewöhnlichen Agenturmeldungen gezaubert habe. Gerade wegen der "Weltläufigkeit" des jungen Marquez fällt dem Rezensenten aber auch eine "deutliche Lücke" im Themenspektrum auf. Nur in vereinzelten Hitler- und Stalinwitzen tauchten die damals gerade vergangenen Schrecken der Nazizeit oder die noch andauernde Stalinära auf.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.10.2005
Dem "staunenden" Karl-Markus Gauß zeigt sich in diesem Band, der die frühen journalistischen Arbeiten von Gabriel Garcia Marquez aus den Jahren 1948 und 1952 versammelt, wie eng diese mit seinen Romanen und Erzählungen verflochten sind. In den Reportagen und Feuilletons, die Marquez in Cartagena und Barranquilla, zwei kolumbianischen Provinzstädten, über Jahre verfasst hat, findet man bereits die Arten von Menschen, die das spätere Romanwerk prägen, stellt der Rezensent fest, der davon überzeugt ist, dass der Autor ohne seine Journalistenkarriere auch seine berühmten Romane wie zum Beispiel "Chronik eines angekündigten Todes" nicht hätte schreiben können. Die in diesem Band präsentierten Texte weisen bereits alle "Tugenden" auf, die auch den Romancier auszeichnen, wie den "Blick für das abseitige Detail" oder das "Gespür für die schlagende Episode", so Gauß begeistert, und überrascht muss er feststellen, dass viele Figuren, die er als "Erfindung eines ungemein phantasievollen Autors" in seinem erzählerischen Werk bewundert hat, auch in den journalistischen Texten auftauchen.
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