Afrikanische Autoren und Autorinnen, Theatermenschen also die Kulturschaffenden selbst verlassen ihr angestammtes Metier der Fiktion und treten als Essayisten auf. Sie erzählen von sich und ihrer Arbeit, analysieren die Geschichte, den Zustand und die Zukunft ihres Schreibens, ihres Spiels, ihrer Ideen. Essays von Nurrudin Farah (Somalia), Susan Kiguli (Uganda), Lewis Nkosi (Südafrika), Alain Patrice Nganang (Kamerun) und vielen anderen werden ergänzt durch Beiträge von deutschen Afrika-Experten wie Ulli und Georgina Beier, Leo Kreutzer und Janos Riesz.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.10.2005
Der Rezensent Heinz Hug zieht nach der Lektüre des Bandes über den Status Quo der afrikanischen Kultur und ihrer Rezeption hierzulande ein durchwachsenes Fazit. Einerseits findet man in dem über 500 Seiten starken Band tatsächlich interessant aufbereitete Themen. Andererseits führt die Konzeption nach Meinung des Rezensenten fast zwangsläufig dazu, dass sich die guten Absichten der Herausgeberin Susan Arndt nicht erfüllen. Die wollte nämlich mit der Publikation erreichen, dass eine größere Öffentlichkeit an der Kultur des Kontinents Interesse zeigt. Doch "wer kauft und liest, wenn er sich nicht schon zuvor mit afrikanischer Literatur beschäftigt hat, ein über 500 Seiten starkes Buch über afrikanische Kreativität?" Auch spielt, unter pragmatischen Erwägungen, das Theater in Afrika eine zu prominente Rolle, da nach Meinung des Rezensenten der Großteil der potenziellen Leser noch nie ein afrikanisches Theaterstück gesehen haben und sich für die allermeisten auch in Zukunft wenig Möglichkeiten dafür bieten werden. Nichtsdestotrotz ist "Kreatives Afrika" Hugs Ansicht nach ein "inhaltsreiches" Buch, das "bemerkenswerte Schlaglichter" auf die Vielfalt der afrikanischen Kulturen wirft.
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