Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2000
Nach Meinung des Rezensenten Jürgen Tietz ist der Versuch des Kunst- und Kulturwissenschaftlers Paul Sigel gelungen, eine Bestandsaufnahme der architektonischen Entwicklung der Pavillons zu machen, mit denen sich Deutschland (mit Seitenblicken auf andere Staaten) in den letzten knapp 130 Jahren auf Weltausstellungen repräsentiert hat und "darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Wandel der politischen Ikonographie der Architektur in Deutschland zu liefern". Der Rezensent zeichnet die wesentlichen Entwicklungsschritte und ihren politischen Kontext wie von Sigel beschrieben nach und kritisiert lediglich, dass der Autor nicht erschöpfend behandelt, wieso Mies van der Rohe bei der Weltausstellung 1929 der Vorzug vor anderen, politisch aktiveren Architekten wie etwa Walter Gropius gegeben wurde. Im großen und ganzen geht Tietz jedoch mit Sigels Analysen konform, so auch mit dessen kritischer Einschätzung der heutigen Bedeutung von Weltausstellungen, festgemacht an den deutschen Pavillons in Sevilla 1992 und in Hannover in diesen Jahr. Sein Fazit: "Der Wettstreit unter den Nationalstaaten hat ausgedient und mit ihm auch die nationale Selbstdarstellung durch die Architektur."
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