Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bernhard Schlink

Vergewisserungen

Über Politik, Recht, Schreiben und Glauben

Cover: Vergewisserungen

Diogenes Verlag, Zürich 2005
ISBN-10 3257064837
ISBN-13 9783257064834
Gebunden, 363 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Ist die politische Klasse erschöpft? Hat die Wirtschaft Anspruch auf Vertrauen? Schulden Schriftsteller politisches Engagement? Wofür braucht es die Kirche? Wieviel Multikulturalität verträgt eine moderne Gesellschaft? Wo sind die Grenzen des Rechts? Was ist der Preis der Gerechtigkeit? Wo ist Heimat? Oft haben aktuelle Konflikte die Fragen provoziert: der Konflikt um Kruzifix und Kopftuch in der Schule, die Forschung mit Stammzellen und Embryonen, die Gefährdung der Menschenwürde im Kampf gegen Verbrechen und Terrorismus. Andere Fragen nehmen ihren Ausgang bei literarischen und biblischen Texten: bei Gedichten von Heinrich Heine, Romanen von Hans Fallada, Imre Kertesz, Pat Barker und Jeffrey Eugenides, der Geschichte von Jakobs Kampf am Jabbok, dem Bericht über Pfingsten. In der Beschäftigung mit den Fragen vergewissert sich Bernhard Schlink seines Standorts.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2005

Bernhard Schlink ist eine Doppelbegabung, erfolgreicher Literat und Jurist, so Andreas Dorschel. Als Literat aber besitze er keine Doppelbegabung: an seine Romane reichten die Essays nicht heran, meint der Rezensent. Schlink sei wohl ein guter Romancier aber kein bedeutender Essayist. Die in diesem Band versammelten Beiträge sind alle zu bestimmten Gelegenheiten und Anlässen entstanden; es geht um so "ominöse Subjekte", sagt Dorschel, wie "Die Rückkehr des Nationalen", das "Recht auf Heimat", um Oskar Lafontaine und Joschka Fischer. Wer interessiert sich in ein paar Jahren noch für diese Politiker, fragt der Rezensent, der bezweifelt, dass diese Texte die Entbindung von ihrem Anlass überdauern. Ein anderer Essayist fällt ihm da ein: W.G. Sebald, der zur selben Generation wie Schlink gehörte und "Anlassloses" schrieb, das den Unterschied zwischen Schlinks "Ansammlung ganz eloquenter Artikel" und Sebalds kunstvoller und anspielungsreicher Prosa für ihn deutlich vor Augen führt.

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