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Klappentext
Adolf Hitler und Josef Stalin verkörpern die dunkelsten Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Unter ihrer Herrschaft wurden Millionen von Menschen grausam getötet, der blutigste Krieg ausgefochten und gigantische Systeme von Terrorlagern ausgebaut. Der renommierte britische Historiker Richard Overy analysiert diese beiden großen diktatorischen Regime des vergangenen Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.12.2005
Richard Overy wagt sich mit seinem umfangreichen Buch, das Hitler und Stalin parallel betrachtet, auf ein "umstrittenes Feld" des Diktaturenvergleichs, stellt Ulrike Ackermann klar. Für die Rezensentin überwiegen in dieser vergleichenden Darstellung eindeutig die Ähnlichkeiten der Regime, und auch wenn sich der Autor von bisherigen Totalitarismustheorien abzugrenzen versucht, sieht sie hier doch die bekannten Merkmale "totalitärer Diktaturen" nachgezeichnet. Der Autor stelle die Diktatoren in den historischen und politischen Zusammenhang und zeige damit, dass es sich bei Hitler und Stalin eben nicht um "unbegreifliche Dämonen" handelt, sondern sie in den zeitgeschichtlichen Kontext einzuordnen sind, betont Ackermann, die sich mit explizitem Lob für diese Studie zwar zurückhält, trotzdem aber insgesamt zufrieden wirkt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2005
Der Autor biete eine lange Liste von Ähnlichkeiten und Unterschieden, so Rezensent Christoph Lahr, wie die beiden "persönlichen Diktaturen" - Stalinismus und Nationalsozialismus - funktioniert haben. Gemeinsam sei beiden Systemen beispielsweise schon der Erste Weltkrieg als Erschütterung und kriegerische Ausgangsideologie, und auch das "hohe Ausmaß an utopischer Energie". Als wichtigsten Unterschied betrachte der Autor Funktion und Stellenwert von Nationalismus und Rassismus in beiden Regimen. Rassistische Ausgrenzung, referiert Lahr, sei gewissermaßen die "logische Konsequenz" des nationalsozialistischen rassistischen Weltbildes gewesen, während durchaus ähnliche Verbrechen unter Stalin im Gegensatz zum kommunistischen Weltbild gestanden hätten. Der Autor verbinde sehr "geschickt Anekdoten, Erzählung und Analyse", befindet der Rezensent, und könne so trotz bekanntem und stellenweise redundantem Material eine "beeindruckende Gesamtdarstellung" bieten. Allein die sich aus der Fragestellung ergebende "personalisierende Verengung" auf Hitler und Stalin verhindere zugleich den Blick auf andere Länder und ihre Einflüsse. Auch bleibe die Frage "unerörtert", warum es keinen zweiten Stalin gab, die Sowjetunion aber weiter bestanden habe.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.10.2005
Hans-Ulrich Wehler lässt keinen Zweifel an seiner Wertschätzung des englischen Historikers Richard Overy, er hebt seine Position als einer der drei führenden englischen Historiker der Zeitgeschichte hervor. Das vorliegende Werk, in dem Overy die Regimes von Hitler und Stalin einer vergleichenden Analyse unterzieht, bekommt zwar viel Lob, das Urteil des Rezensenten bleibt aber am Ende ambivalent. In den Mittelpunkt seiner Untersuchung hat der Autor die Geschichte Russlands zwischen 1917 und 1953 sowie die Geschichte Deutschlands von 1920 bis 1945 gestellt und hier beweist er " schlechterdings imponierende Sachkunde", so Wehler. Besonders angesichts der überbordenden Fachliteratur, die vom Autor "straff gebündelt" wird, handele es sich bei dem Buch um eine "imponierende Darstellung", schwärmt der Rezensent weiter, der hier den Beweis erbracht sieht, dass Overy "auf den Spitzenrang der Zeithistoriker gehört". Die Analyse der beiden Diktatoren Hitler und Stalin findet er dagegen merkwürdig diffus. Hier hat Overy sich nicht "intensiv genug" der Untersuchung dieser beiden Persönlichkeiten mit "geschärfter Begrifflichkeit" gewidmet und weder das in der Forschung angewendete Instrumentarium von Max Webers Theorie der "charismatischen Herrschaft" noch die zur Zeit aktuelle "Psychologie des Anomalen" für seine Untersuchung herangezogen, kritisiert der Rezensent. Unterm Strich ist das Buch für ihn auf der einen Seite ein hervorragendes "Handbuch der deutschen und russischen Geschichte", in dem der Autor "Kenntnisreichtum und Interpretationsfähigkeit" eindrücklich unter Beweis stellt. Für eine Doppelbiografie allerdings, wie sie der Titel nahe legt, bleiben die "Persönlichkeiten" der Diktatoren zu unscharf, hier beklagt Wehler eine "Leerstelle in Hinblick auf die beiden Schlüsselfiguren". Die Studie verdient zwar "hohen Respekt", aber als "ganz großen Wurf" kann Wehler sie nicht feiern.
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