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Jacob Burckhardt
Das Altarbild. Das Porträt in der Malerei. Die Sammler
Beiträge zur Kunstgeschichte von Italien. Werke. Kritische Gesamtausgabe. Band 6
Klappentext
Jacob Burckhardt hat gegen Ende seines Lebens diese drei großen Abhandlungen zur Kunstgeschichte Italiens geschrieben, die sein fundamentales methodisches Postulat einer Kunstgeschichte nach Aufgaben einlösen. Sie wurden 1898, mit zahlreichen Eingriffen des Herausgebers, aus seinem Nachlass publiziert. Der Band der Kritischen Gesamtausgabe bietet erstmals den Text der Burckhardtschen Handschriften.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Jacob Burckhardts Werkausgabe - eine Leseprobe bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.02.2001
Volker Breidecker freut sich über das Erscheinen der ersten drei Bände der auf 27 Bände angelegten kritischen Gesamtausgabe des Werks von Jakob Burckhardt, da nun endlich wieder auf deutsch zugänglich ist, was nur auf englisch oder italienisch zu bekommen war. Dieser Teil der Werkausgabe mache nicht den Eindruck, dass mit ihm auch das Werk des Basler Kunsthistorikers zu Grabe getragen werde, wie es häufig bei Gesamtausgaben der Fall sei, sondern beweise eine außerordentlich "glückliche Hand" in der Zusammenstellung der Texte, lobt der Rezensent. Zudem preist er das Register und den "akribischen" Kommentar der Herausgeber und schwärmt von den drei Bänden als einer "immensen Fundgrube". Besonders Burckhardts Überlegungen zur Architektur findet er "revolutionär", da der Autor seine Studien über Gebäude hinaus auch auf das "gesamte Gebiet des Dekorativen" ausgedehnt habe und damit, wie der Rezensent meint, seiner Zeit um "mehr als hundert Jahre" voraus war.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000
In Basel wird an einer neuen Gesamtausgabe der Werke Jacob Burckhardts gefeilt. Henning Ritter hat die beiden Eröffnungsbände unter die Lupe genommen, nämlich den Band 6, "Das Altarbild", und den Band 10, die "Aesthetik der bildenden Kunst".
1) Band 6: "Das Altarbild"
Die Enttäuschung darüber, dass der Kunsthistoriker Burckhardt seit Erscheinen seiner "Baukunst der Renaissance" 1867 Kunsthistorisches nur noch für die Schublade produzierte und sich ansonsten unter die Dilettanten und Kunstliebhaber mischte, ist dem Rezensenten anzumerken. Aber auch die Bewunderung. So weiß er Burckhardts Mangel an missionarischem Temperament mit dessen Mission aufzuwiegen, die uns als Schubladen-Nachlass, dem kunsthistorischen Vermächtnis des Mannes, entgegentritt und von der die in diesem Band zusammengefassten "Beiträge zur Kunstgeschichte von Italien" einen Eindruck geben. Beiträge, deren Frische und Originalität Ritter betont, auch wenn sie die Kunstgedanken des 19. Jahrhunderts dokumentieren.
2) Band 10: "Aesthetik der bildenden Kunst. Über das Studium der Geschichte"
Die Aussage Ritters, es gebe schlicht keine Ästhetik Jacob Burckhardts, mag in Anbetracht des ersten Titels dieses Bandes zunächst verwundern. Ritter jedoch stellt klar: Ästhetik bedeutete für den Kunsthistoriker allenfalls wahrnehmenden Umgang mit der Kunst, ohne ideelle Hintergedanken. Und so überrascht es ihn denn auch nicht, dass bedeutsame Überlegungen Burckhardts - Ritter nennt ihn vielsagend auch einen "Beobachter des Tatsächlichen" - zur Kunst "auf höchster Stufe der Verallgemeinerung" in den Vorlesungen "Über das Studium der Geschichte" versteckt sind. Gibt der erste Teil des Bandes nach Auskunft eines erwartungsfroh gestimmten Rezensenten einen Vorgeschmack auf die geplanten der Kunst vom Mittelalter bis zum achtzehnten Jahrhundert gewidmeten Bände, die es dem Leser ermöglichen sollen, den Einsichten Burckhardts auch in bislang unbekannte Verzweigungen zu folgen, so plagt den Connaisseur am Ende doch ein Wermutstropfen. Die in der alten Einzelausgabe der Vorlesung "Über das Studium der Geschichte" noch enthaltenen Entwürfe und Übersichten nämlich sucht er in der Neuedition vergebens.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.10.2000
In einer äußerst umfangreichen Besprechung rezensiert Volker Reinhardt Band 6 und Band 10 aus der Kritischen Gesamtausgabe zu Jacob Burckhardt. Dabei weist er zunächst darauf hin, dass Burckhardt selbst stets eine sehr kritische Haltung gegenüber der Zunft der Herausgeber eingenommen hatte und die Herausgeber es ihrerseits nie leicht hatten mit Burckhardt. Hat er doch nur wenige Werke der Nachwelt hinterlassen und sich weniger mit klaren Fakten als vielmehr mit Kulturgeschichte befasst, in der "Windiges wie Zeitatmosphäre, Lebensgefühl" im Vordergrund stand. Doch nach Reinhardt kann der Leser hier einige Entdeckungen machen. Burckhardts Texte bieten für ihn Einblicke in eine "Gedanken-Werkstatt", der Leser könne Zeuge werden über das Ringen, das Reflektieren, auch über das eigene Tun, gerade dort, wo Texte in verschiedenen Fassungen präsentiert werden. Doch hätten die Herausgeber Burckhardt keineswegs zum "Denkmal" überhöht. Unzeitgemäßheit wie auch Zeitgebundenheit werden Reinhardts Ansicht nach gleichermaßen deutlich. Man könne viel über Burckhardts Bildungsanspruch, seine "normative Ästhetik" der Kunst erfahren, seine Wertmaßstäbe, aber auch über seine Ignoranz anderen Kulturen gegenüber, seine antisemitischen Äußerungen. Insgesamt bietet diese Edition, so Reinhardt, eine "heilsame Lektion über die Vergänglichkeit historischer Interpretationen", aber auch über deren Beständigkeit und rege an, über "Mythenbildungen" in der Geschichte nachzudenken. Die Arbeit der Herausgeber beurteilt er als "Furcht und Bewunderung einjagend".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2000
In einer Doppelrezension bespricht Hanno Helbling Band 6 und Band 10 der auf 27 Bände angelegten Gesamtausgabe der Werke Jacob Burckhardts, ein „Unternehmen, das sich in seinen Anfängen als unbedingt vertrauenswürdig erweist“, wie er findet.
1) Jacob Burckhardt: „Kritische Gesamtausgabe. Band 6: Das Altarbild - Das Porträt in der Malerei - Die Sammler. Beiträge zur Kunstgeschichte von Italien“. (C. H. Beck, München).
Helbling weist auf eine Gemeinsamkeit dieser drei Beiträge hin, die darin besteht, dass sie „in Burckhardts Sinn systematisch gearbeitet sind“. Das bedeutet, dass Burckhardts Ordnung sich nicht nach Zeiten oder Künstlern richtet, sondern - wie er das selbst ausgedrückt hat - nach `Sachen`. Dies, so Burckhardt, sei `rasend schwer, aber nützlich`. Helbling erläutert, dass es sich hier nicht um eine bloße Auflistung handelt, sondern vielmehr um eine Betrachtung der `Sachen`, die „je nach Kunstgattung an einen kultur- und sozialgeschichtlichen Ort gebunden“ seien. Wichtig war es für Burckhardt vor allem, wie der Rezensent anmerkt, den Zweck der Werke zu untersuchen, neben den ästhetischen auch die „außerkünstlerischen Anforderungen an das Altarbild, an das Porträt“ zu beleuchten. In „Die Sammler“ hingegen gehe der Autor auf die verschiedenen Umstände und Facetten der Kunst-Rezeption ein.
2) Jacob Burckhardt: „Kritische Gesamtausgabe. Band 10: Ästhetik der bildenden Kunst - Über das Studium der Geschichte. Mit dem Text ‚Weltgeschichtliche Betrachtungen‘ in der Fassung von 1905.“ (C. H. Beck, München)
Ästhetik ist nach Burckhardt `Verhalten des Menschen zum Schönen, speciell zum Kunstschönen`. Helbling weist darauf hin, dass der Autor in diesem Beitrag zur Ästhetik versucht, den geistig-seelischen Prozessen bei der Wahrnehmung von Kunst auf die Spur zu kommen. Zu den „Weltgeschichtlichen Betrachtungen“ merkt der Rezensent an, dass die 1905 entstandene Fassung nicht von Burckhardt, sondern von Jacob Oeri stammt, der den Text aus Vorlesungsmitschriften und Erinnerungen verfasst hat. Dennoch sei dieser Text „aus der Rezeptionsgeschichte des Werks nicht mehr wegzudenken“ (mit Werk ist Burckhardts Vorlesungsreihe `Über das Studium der Geschichte` gemeint, die von Peter Ganz erst 1982 nach Handschriften des Autors ediert und die in der neuen Edition abgedruckt wurde, wie der Rezensent anmerkt.) Helbling betont in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Qualität des „kritischen Apparats“ dieser Gesamtausgabe.
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